Zurüruck zum Inhalt

Zum Alten Tagebuch

geht es,  wenn Sie auf den obigen Link klicken.  Es enthält ab dem 1. April 2009 die Dokumentation der Kandidatur um das Oberbürgermeisteramt der Stadt Duisburg.  Mit dem 6. September 2009 beginnt hier ein neues Kapitel,  mit dem Denk- und Gestaltungsprozesse meiner künstlerischen Arbeit an der “Sozialen Plastik” sichtbar gemacht werden.

Wie lange noch ?

Als ich eben von dem Erinnerungskarton las, den man uns nun “um die Ecke” stellt, da habe ich wieder dieses blöde Husten bekommen. Bekomme ich öfter mal seit der Loveparade.  Das Alles verschlägt mir die Spucke und raubt mir den Atem.  Die Bürger einer ganzen Stadt werden von dem überwiegenden Teil Ihrer gewählten politischen Vertretern in einer Art und Weise hintergangen, getäuscht und offen missachtet, die ich nur noch als niederträchtig empfinde. Allerorten werden publikumswirksam Gutachten präsentiert, die politische Schacherei um juristische Schuld, Verantwortungslosigkeit und politisches Versagen hat seit gestern den  Landtag erreicht, und wenn wir noch eine kurze Weile warten, wird man sich auch in Berlin darum streiten, wer in Duisburg am unschuldigsten ist. Das Einzige, was überhaupt feststeht ist, dass wir das Trauern aufzuhören haben.  Ab morgen wird  “abgeräumt” – und da  hat die “Politik” wieder die “Führung” übernommen, hält die “Zügel” fest in der Hand. Ich bin jeden Tag neu fassungslos darüber,  was man hier vor den Augen der Weltöffentlichkeit  “inszeniert”.

Das Einzige, was mich beruhigt,  ist, dass all das  “geschrieben” steht, dass alles was und wie es geschah und noch geschieht tausendfach dokumentiert ist.  Das diese Dokumente weltöffentlich sind.  Dass  Alles,  ob es  vor, während oder nach der Loveparade geschah, nicht unverborgen bleiben wird, nicht vertuscht werden, man anderem auf die Spur kommen kann. Und dass wir diesen furchtbaren Wochen viele Erkenntnisse verdanken werden, die uns für unser zukünftiges Leben von großem Nutzen sein werden.  Die Masken derer, die wir wählten, sind gefallen. Sie sind es so vollständig wie noch nie zuvor.  Macht, Eitelkeit, Arroganz, Habgier und Großmannssucht, Verantwortungslosigkeit – all das, was in seiner Summe zu diesem Unglück führte,  treten jetzt, danach, noch viel offener zu Tage. Und nachdem sie nun so offen ihre wahren Gesichter zeigten, wissen wir endgültig, woran wir mit Ihnen sind.  Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Wir interessieren sie nicht. Sie interessieren sich nur für sich selbst.

Wir interessieren sie als Statisten für ihre selbstsüchtigen Inzenierungen, als Steuerzahler, die man beliebig melken, als Arbeitskraft, die man ausbeuten kann,  als Stimmvieh, als Konsumenten, denen man für viel Geld Dreck andrehen kann. Wir sind die  Sprossen auf ihrer Karriereleiter – und sie treten uns, um nach oben zu kommen. Sie riskieren unsere Gesundheit und unser Leben. Sie tun es des wirtschaftlichen Vorteils,  Ihres Ansehens in gesellschaftlichen Kreisen, ihrer Karriere wegen. Und auch ein Berufsschullehrer glaubt dann ganz schnell mal ein “Globalplayer” zu sein und “stemmt Projekte”, die für sein globales Dorf  zwei Nummern zu groß sind.  Sie sind mittlerweile wie besoffen von den Atmosphäre, die sie sich selbst schaffen, sie  steigern sich in Euphorien hinein, kein Superlativ zu groß, kein Preis zu hoch,  kein Risiko, daß sie scheuten. Sie umgeben sich mit Kunst und Künstlern, Architektur und Arrchitekten – auf dass auch davon ein Abglanz auf sie falle. Nichts ist unmöglich – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es sind immer wir, die Bürger,  die verlieren. Und zahlen.

Das muss aufhören. Hier in Duisburg haben Menschen für diesen krankhaft gestörten Narzissmus, diesen ganzen  Wahnsinn,  mit ihrem Leben gezahlt, wurden Hunderte verletzt und tausende schwerst traumatisiert.  Eine ganze Stadt steht am Abgrund – ohne das dies von den politisch Verantwortlichen überhaupt nur zur Kenntnis genommen wird. Auf allen politischen Bühnen, im Stadtrat, im Landtag, wird ein Schauspiel geboten, das erbärmlicher gar nicht sein könnte. Ein Geschacher ohne gleichen.  Nie war das politische Spektakel widerlicher.

Das alles muss ein Ende haben.  Und es sind allein noch die Duisburger, die Menschen, die in dieser Stadt leben, die das herbeiführen, und damit für uns alle eine Wende herbeiführen können. Wenn sich diese Stadt noch einen Funken Ansehen in der Welt bewahren will, dann müssen die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen.

Von denen, die sie gewählt haben, haben sie offensichtlich nichts andres mehr zu erwarten, als täglich neue Demütigung und Erniedrigung.

Wie wir belogen werden

Wenn Sie mal bitte lesen wollen:   Trauerverordnung “Step by Step” aus dem Rathaus und eine der vielen  Zeitungsmeldungen.

Lesen Sie bitte rechts auf der Rathausseite  die “Schritte”.

Schritt 1: Gedenktafel und verglaster Kubus mit Trauergaben (4. September)

“Am 4. September werden die Trauergaben (Kerzen, Devotionalien, Kommentare) in einen eigens hierfür hergestellten, auf einer Seite verglasten Kubus getragen.”

Auf einer Seite verglaster Kubus!

Hier ist wochenlang von einem GlasKubus geredet worden, der alle Dinge sichtbar aufnehmen soll – und jetzt ist es nur noch ein von einer Seite einzusehendes Quadrat!

Das ist doch ein erneuter Affront  Wir werden hier unablässig mißachtet und belogen. Ruhrdeutsch:  verarscht!!!

Ich fordere noch einmal:

Den Rücktritt des Oberbürgermeisters, des Verwaltungsvorstandes und des Stadtrates. Begründet habe ich das oft genug – das spare ich mir heute.

Und, Herr Jansen :  Auch wenn Sie jetzt andere “nach vorne”  schicken, so täuschen Sie mich nicht über das,  was hier seit einiger Zeit “hinter den Kulissen” gespielt wird.  Dass Sie die von mir aufgeworfene Frage, ob Sie beabsichtigen, uns demnächst als Oberbürgermeisterkandidat entgegenzutreten, nicht beantwortet haben, ist   “beredetes Schweigen”.  Ob Sie jetzt öffentlich in Erscheinung treten oder aber  aus dem Hintergrund die  “Fäden ziehen” – das ändert für mich nichts .

Ich sage Ihnen heut schon:  Planen Sie Ihre politische Zukunft besser woanders.  Ich wollte erst schreiben:  Ohne uns – aber das tun Sie ja sowieso.  Ihre Fraktion, Ihre Partei,  ist in dieser Stadt heute schon Geschichte.

Wie?

Ich bin grade … irritiert.  Ich dachte, Herr Rabe sei nicht mehr im Krisenstab, Herr Jansen habe ihn abgelöst.  Und nun les ich  hier: Er ist doch noch Leiter des Krisenstabes ? Mit Herrn Jansen zusammen. Das will ich gar nicht glauben.

Könnte mich da bitte jemand mal aufklären? Und: Gibt es diesen Krisenstab noch? Und: was macht der eigentlich?

Und: Wieder ein Puzzleteilchen. Wir können dieser kurzen Pressemitteilung nämlich noch etwas entnehmen:  Am Morgen der Trauerfeier, um 8 Uhr, trat  der Krisenstab zusammen.  Für diesen Morgen war, unmittelbar vor der Trauerfeier, die Erklärung von Sauerland angekündigt. Die, von der alle erwarteten, daß er seinen Rücktritt verkünde. Und die dann plötzlich nicht mehr stattfand…

Gezänk im Landtag

Peter Biesenbach (CDU-Fraktionschef) im Landtag Düsseldorf: “Es gibt bislang keine Fragen. Meine Fraktion und ich wollen Antworten geben. Was müssen wir tun, damit das künftig nicht mehr passiert? Wir werden alle Unterlagen der Stadt Duisburg lesen. Aber wir sind erstmal mit der Stellungnahme von Adolf Sauerland zufrieden.

Und ein wenig später:
“Das Gutachten des Innenministeriums ist unbrauchbar. Ich bedaure das Gutachten sehr.”

Was glauben Sie, was wir alles bedauern, Herr Biesenbach.
Biesenbach. Eine Name, den man sich merken muss.
Der Mann, der soeben aus einer Stadtskrise eine Landeskrise machte.
Auch er hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Das Politik-Geschachere zieht immer weitere Kreise, die Respektlosigkeit vor den Toten und den Überlebenden kennt keine Grenze, die Gräben zwischen Menschen und Politik  werden immer größer.

Ein schwarzer Tag. Wieder ein schwarzer Tag für uns. Die wir mit sowas leben müssen.

Shared Spaces

Ich las gerade diesen Artikel. , den ich eingermaßen einfühlsam finde, er hebt sich deutlich ab von dem Üblichen. Er lässt uns zwar am Ende ratlos zurück, aber diese Rat-Losigkeit ist ja in vielfacher Hinsicht überall spürbar.

“Manche kamen fast jeden Tag hierher….(…) Dieser Akt des Trauerns und Verarbeitens, er hatte für viele Menschen etwas Rituelles, war lieb gewonnene Gewohnheit. Doch nun endet die Trauerzeit für die Opfer der Loveparade-Katastrophe. Nur noch bis Samstag ist der Tunnel an der Karl-Lehr-Straße das, was er in den vergangenen sechs Wochen war: eine verkehrsberuhigte, begehbare Trauerstätte. Bald kehren die Autos zurück. Und es heißt Abschied nehmen vom stillen Abschiednehmen.”

Sie haben das gut erkannt, Herr Richter. Und tief empfunden. All das gehört dazu, wollen wir heil werden. Aber ein Abschiednehmen vom Abschiednehmen -  das gibt es leider nicht. Wie sehr wir es uns auch wünschen mögen. Das hieße,  den begonnen Heilungsprozess zu unterbrechen. Die Seele kennt eine angemessene Trauerzeit: Sie dauert, solang wie sie dauert. Es ist Schreckliches passiert, niemand hat sich bis heute verantwortlich gezeigt und die Stadt steht seit Wochen in immer beschämenderer Weise vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Wir sind weit weit entfernt von jeder Normalität, und wie stehen nicht einmal am Anfang eines Heilungsprozesses. Wir befinden uns mitten in der Krise. Und daß man sich, wenn man uns seitens unserer gewählten Vertreter schon nicht hilft, uns nicht in angemessener Weise beisteht, daß man also sich dann noch daran macht, uns unserer Selbstheilungskräfte, und unserer eigenen Trauerrituale zu berauben, – das ist ein unglaublicher und nicht hinnehmbarer Akt.  Der einen aber nicht zwangsläufig ratlos zurücklassen muss.  Ja, wir machen das. Wir gehen hin, und wir bewahren die Anfänge dieses Prozesses dann eben in einem Cubus auf.  Nutzen wir diese Gelegenheit in Gemeinschaft trauern zu können, einen paar Schritt dieses schmerzvollen Weges mit den Angehörigen sein zu können. Danach aber können wir dennoch weiter in den Tunnel gehen. Wir können weiter dort Kerzen entzünden. Wir können dort weiterhin  Gebete sprechen. Wir können auch weiter “verkehrsberuhigt” fahren und uns den Tunnel teilen, wie wir uns auch dem Platz vor dem Theater teilen können. Wir können auch Blumen dort weiter hinlegen. Jedersollte nur dann einen verwelkten Strauss mit nach Hause nehmen, damit dort kein Unrat anwächst.

Wir können unser Trauer auch weiterhin dorthin tragen, wo sie ihren Ursprung hat… Den möchte ich sehen, der uns das verwehrt.

Ein Eisberg kreist

Immer deutlicher war inzwischen geworden, daß es den Protagonisten keineswegs nur darum ging, eine Gedenktafel anzubringen.  Man fing an, den gesamten Trauerprozess zu beeinflußen, zu kanalisieren und bediente sich dazu ganz offenkundig dieses merkwürdigen Gebildes aus „bürgerschaftichen Vereinigungen“ einerseits und „Stadtverwaltung“ (in welcher Form auch immer) andrerseits, das man „Bürgerkreis Gedenken“ nannte. Dieses ganze ohnehin schon undurchsichtig Gewirr, diese Konstruktion verschiedener Institutionen, die in vielerlei Hinsicht schon in der Vergangenheit sich politisch dienstbar gemacht hatten (ich verweise hier noch einmal auf einen damals eingestellten Artikel zur „Bürgerstiftung“),  die Initiative  – all das wurde nun (achten Sie auf den Artikel bei Radio Duisburg) noch um ein weiteres verwirrendes Element erweitert.  Eine Jury.

Eine „Jury“ für einen „Wettbewerb“, der Jupp Krings angehören solle. Und zu der auch (fast möchte man sagen: endlich!) auch ein Angehöriger eines Opfers hinzugezogen wird.  Ich möchte dazu sagen, daß ich der Auffassung bin, dass die Auswahl eines Denkmales ausschließlich Sache der Angehörigen der  Todesopfern, Verletztenvertreter und eines Bürgerverteters (beispielsweise Josef Krings) sein sollte. Da hat nach meinem Dafürhalten niemand anderes mitzureden. …

Wie auch immer: Ich war kurzzeitig nahe dran überhaupt nicht mehr durchzublicken. Ich rief  deshalb Josef Krings an, um mir seine Rolle in diesem „Durcheinander“  erklären zu lassen. Das Ergebnis kennen Sie bereits: Josef Krings ist lediglich Teilnehmer und Redner des Spendentrauermarsches gewesen und man bat ihn, Jurymitglied zu sein. Er ist nicht Mitglied der Initiative Spendentrauermarsch, er ist nicht Mitglied des Gedenkkreises. Zwar wird er in Presseverlautbarungen immer mit diesen „in einem Atemzug“ genannt, aber der daraus entstandene Eindruck, er gehöre diesem Kreis an, ist  falsch.

Genau wie der Eindruck falsch ist, bei dem Gedenkkreis handele es sich um eine Initiative, die die Duisburger Bürger ergriffen hätten. Richtig ist: „Politik“ hatte die Initiative ergriffen. Und hatte begonnen, eine Vielzahl gutwilliger,  aufrichtig trauernder Menschen für sich und ihre Zwecke zu vereinnahmen.

Wer aber war „Politik“? Und zu welchem Zwecke tat sie das? Auch da lohnte sich ein zweiter Blick.  Wie also war das gewesen, mit dem „Urkreis“?

Ich setzte die Brille auf…

Eins noch …

… , bevor ich erst in die Maske und dann auf den Markt gehe. Hmmmmm. Mal sehen. An wen könnte ich diese Worte richten? Frau Vogt.  Ja, genau. Frau Petra Vogt, Fraktionsvorsitzende der CDU,  die ist da vielleicht eine gute Adresse.

Frau Vogt, ich kann Ihre Aufregung verstehen. Das muss Sie ja ärgern, daß ich… wie soll ich es formulieren? Sagen wir mal :  Ihre Katze aus meinem Sack gelassen habe.  Das ist – insbesondere für die Politiker dieser Tage immer ärgerlich, wenn die eigenen Pläne durchkreuzt werden.

Glauben Sie nicht, dass mir das hier in irgendeiner Weise Freude bereitet – ich wünschte mir wirklich, mit ihnen allen wäre früher zu reden gewesen. Angesichts der historischen Dimension dieses Dramas und den tiefen Einschnitten in Herzen und Seelen der Stadt und Ihrer Bürger, habe ich keine andere Wahl. W enn Sie hinter dem Rücken der Bürger, über ihre Köpfe hinweg, und allein aus politischem Kalkül, Ränkespiele inszenieren, dann werde ich dem nicht schweigend zusehen. Wenn Sie glauben, den Reigen der Macht stillschweigend geschlossen halten zu können – dann werde ich dem durch rückhaltlose Offenheit entgegenzutreten wissen. Ihre Partei sollte sehr genau überlegen, wie sie sich in dieser Situation “richtig aufstellt”. Mein Platz ist an der Seite der Bürger. Ich hoffe, Sie finden den Ihren auch noch..

So. Und damit ist für einen Vormittag schon mal eine Menge gesagt. Markttag. Ich bin dann mal weg…

Gut geschlafen?

Bevor ich mich wieder dem “Lenkungsausschuss Trauer” zuwende: Moinsen!

Ich habe doch nach dem Spaziergang und einer schönen abendlichen Entspannungs-Feuertonne tatsächlich 11 Stunden am Stück geschlafen! Sie ist ganz schön anstrengend,  diese kleine Excursion in die “politische Alltagswelt”. Muss aber sein, geht nicht anders, sonst kommen wir noch vom Regen in die Traufe. Und wir wollen doch heraus aus diesem finstren Tal. Wir wollen doch der Sonne entgegen. Und wir wollen die ehren, die bei uns den Tod fanden. Wollen den Wunsch eines Vaters erfüllen, daß der Tod seiner Tochter nicht umsonst gewesen sein möge. Wollen, daß der Mensch wieder in den Mittelpunkt gerückt wird.  Da darf dann keine Anstrengung zu groß sein, wir müssen auferstehen, mitten im Leben, denn auch ein Stück von uns, unserer Lebensfreude, unserem Vertrauen in die Welt, ist gestorben.  Und das Herz unserer Stadt ist seither völlig aus dem Takt. Bei all unseren Anstrengungen müssen wir aber auch auf uns acht geben. Dass wir unsere Kräfte einteilen.  Und deswegen werde ich jetzt öfter mal spazierengehen. Mir mal “frei”geben. Den Mittagsschlaf wieder einführen, wenn ich mir schon die Nächte vor dem PC um die Ohren zu hauen gezwungen bin.  Denn eins wird gewiss nicht passieren:  dass ich aufhöre zu schreiben, was ist.  Das werde ich nicht.  Da sollte “im Rathaus” niemand drauf hoffen.  Es wird über alles geschrieben werden. Alles.

Sie, die politisch Verantwortlichen, mögen immernoch nicht begriffen haben, daß die Zäsur, welche Sie zu verhindern suchen, längst stattgefunden hat. Ich werde nicht müde werden, es Ihnen begreiflich zu machen.

Gründerzeit

Mir war das von Anfang an alles irgendwie seltsam vorgekommen, dieses so plötzliche Auftauchen eine „Initiative“, dieser eigenständige Trauermarsch, wo doch die MSV-Fans schon einen großen Trauermarsch gemacht hatten, dem man sich doch hätte anschließen können. Zunächst jedoch dachte ich mir nicht viel dabei, außer, daß das mal wieder „typisch“ ist für diesen “Verein” proDuisburg. Immer dabei, immer vorneweg.  Das Übliche eben. Aber da war ja auch diesmal noch der Stadtsportbund dabei und der Lions-Club und Jupp Krings… Noch wurde ich nicht argwöhnisch. Nach einem politischen Manöver sah das ganze eigentlich nicht aus. Da wurde ja für eine Gedenktafel gesammelt – das war ja eine gute Sache. So dachte ich. Und um mehr schien es zunächst auch nicht zu gehen.  Bis zum 6. August.

Da berichtete Radio Duisburg, daß ein „Bürgerkreis Gedenken“ die Arbeit aufgenommen habe.

Der Kreis der Teilnehmer war nun schon deutlich erweitert worden:

Hinzugestoßen waren die Bürgerstiftung, vertreten durch Frau Grillo, die zur SprecherIn gewählt wurde, die Initiative  „Zukunftsstadtteil“, Vertreter der Künstlerschaft, des Integrationsrates und der Stadtverwaltung.

Zu Beginn der „Beratung“, die im Rathaus stattfand, bedankte sich Karl Janssen bei den Bürgerinnen und Bürgern und auch Gabriele Grillo ergriff das Wort.

Schon bei dieser ersten Sitzung, der Kreis tritt gerade zusammen, werden weitreichende Vereinbarungen getroffen. Alle „Beteiligten“ waren „sich“ einig.

Wir erfahren nicht, wer eingeladen hat, wir erfahren nicht, wer den Kreis erweiterte, wir erfahren nicht, wer die Teilnehmer im Einzelnen sind, wir erfahren nicht einmal genau, in welcher Funktion Herr Janssen hier erstmalig auftritt. Wir erfahren, daß er zum Sprecher gewählt wird, aber welche seiner zahlreichen Funktionen nimmt er  hier wahr? Er ist  Kulturdezernent, Leiter des Krisenstabes und und zu diesem Zeitpunkt der einzige Geschäftsführer der DMG – Herr Gerste weilt ja im Urlaub.

Aber etwas anderes erfahren wir: was schon alles beschlossene Sache ist. Und das ist erstaunlich viel. Eine Woche später wird es noch deutlich mehr sein.

Hier beide Meldungen:   http://www.radioduisburg.de/Weitere-Reaktionen.1329.0.html

Am 13.8. 2010 kann man alles schon als durchgeplant betrachten. In trockenen Tüchern“ wie die Macher von heute gern sagen.

Interessant ist auch die Einleitung des zweiten Artikels:

“Die Initiative Spendentrauermarsch hat sich in Absprache mit dem Bürgerkreis Gedenken auf eine Vorgehensweise zur Errichtung einer Gedenkstele oder eines Gedenkzeichens im Bereich des Unglücksorts der Loveparade 2010 verständigt.”

Die Initiative auf der einen Seite (das waren pro Duisburg, der Stadtsportbund und der Lionsclub) hatte sich also in Absprache mit dem „Bürgerkreis Gedenken“ – dessen nicht unbedeutender Teil sie selbst ist, verständigt. Diese „Verständigung“ “umsetzen” konnte nur ein Teilnehmer des Gedenkkreises:  lhr Sprecher und Kulturdezernent Janssen.

Was ich zu all dem gedacht habe, das können Sie hier im Tagebuch nachlesen. Was “gespielt” wurde war mir schon klar. Nur wer hier genau “mitspielte” noch nicht so ganz. Und langsam begann ich mich zu fragen, wie der Ur-Kreis, der sich nun so munter erweiterte, eigentlich zu Stande gekommen war. Dieser Kreis, aus so unterschiedlichen Mitgliedern, die alle etwa um die gleiche Zeit aktiv geworden waren…

Hier und da. Ein Puzzle.

Vorab: Zu allen genannten Daten können Sie (und sollten Sie auch) in diesem Tagebuch die Entwicklung noch einmal nachlesen. Es hält ja „in Echtzeit“ das tägliche Geschehen fest, von dem ich hier nur einen Ausschnitt wiedergebe. Dieser Ausschnitt gibt eine Perspektive, einen Blickwinkel wieder, den man im Verlauf des Geschehens noch nicht einnehmen konnte. Erst im Rückblick machen viele Dinge einen Sinn, die zum Zeitpunkt des Geschehens allenfalls Fragen aufwarfen..

Ich rufe hier zusammenfassend in Erinnerung:

Geschehen im Rathaus:

Am Mittwoch, dem 28.Juli soll lt. Presseberichten Herr Sauerland eine Essener Kanzlei konsultiert haben. Es gibt ein Interview, in dem Herr Sauerland persönliche Konsequenzen nicht ausschließt.

Am Donnerstag dem 29. Juli gibt es Rücktrittsgerüchte, Pressetermin und Erklärung sind angekündigt.

Am Freitag dem 30. Juli übernimmt die Kanzlei Heuking und Partner Mandat und damit zusammenhängende Öffentlichkeitsarbeit.

Es wird bekanntgegeben, daß Herr Janssen am

Samstag den 31. Juli die Leitung des Krisenstabes übernimmt.

Samstag findet die Trauerfeier statt. Sonntag der „Spendentrauermarsch.“.

Ab Montag, dem 2.August ist Herr Sauerand dann nicht mehr zu sprechen. Er erklärt, daß er gestern nichts zu erklären hatte und heute und morgen nichts zu erklären haben wird.

Das wird so bleiben bis zum ersten „großen“ Interview  am 15.8. 2010. Von da an wird er aber viele Interviews geben und mit jedem Interview wird er sicherer in dem stets gleichen Text, den er spricht , den er immer neu zusammensetzt, aus den immer gleichen Bausteinen.

Und je besser „es“ läuft, umso mehr er wieder an Sicherheit gewinnt, umso mehr beginnt er auch wieder eigene Texte einzustreuen, Texte, die eher einem trotzigen kleinen Kind zuzuordnen sind, als dem eines psychisch gefestigten Menschen. Es ist ihm mehr und mehr anzumerken: er fühlt sich „im Recht“ er spürt „Aufwind“. Ich möchte sagen: Rückenwind.

Ich schrieb damals, er habe sich mit Anwälten und falschen Freunden begeben, statt sich im entscheidenden Moment seelischen Beistand zu suchen.

Geschehen bei der Initiative „Trauerspendenmarsch“

Am Montag, dem 2. August schreibt HKewitz eine Pressemitteilung. Der Kreis ist zu diesem Zeitpunkt immer noch begrenzt  auf die drei bisher genannten Teilnehmer:

Stadtsportbund, Lions-Club und Verein proDuisburg. Im Laufe der Zeit wird dieser Kreis stetig anwachsen. Heute las ich zum ersten Mal, daß nun auch Vertreter der christlichen Kirchen hinzugesellt haben sollen. Die Entwicklung dieses Kreises, so betrachtenswert sie auch ist, können wir aber zunächst durchaus vernachlässigen. Festzustellen bleibt:

Der ursprüngliche Kreis der Initiatoren beschränkte sich auf. die 3 schon mehrfach genannten Teilnehmer. Und die Federführung innerhalb dieser Kreises lag bei dem Verein proDuisburg.eV.. Es war ihr Vorsitzender, der die Dateien für die Öffentlichkeitsarbeit erstellte und verteilte, es ist seine Bankverbindung, die für die Spenden verwendet wird und von ihm wird die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Gründungszeit übernommen..

Ich kann Sie nur bitten, immer und immer wieder, sich die Mitglieder dieser ganzen Vereine und Gremien, die Beiräte, Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsführer all dieser „Filialen der Duisburg AG“ anzusehen. Und dann  möge mir doch keiner sagen, bei dem hier in Frage stehenden Initiativkreis handele es sich um ein Engagement der Duisburger Bürger.

Das wird zwar von Anfang an behauptet, daraus leitet man die Legitimation für sich ab, und das  hat man auch auf die Kranzschleife drucken lassen.

Tatsächlich aber haben von Anfang an maßgebliche politische Interessen eine Rolle gespielt. Interessenslagen, die bis heute dominieren. Wie das alles zusammengehört und welche das waren, das müssen wir uns genauer ansehen… Die Bürger jedenfalls – die blieben draussen. Die sind nur dem Namen nach dabei.  Unbeirrbar bestimmen Andere in ihrem Namen, wie es weitergeht. Mit der Trauer. Mit der Stadt. Mit Ihnen. ..

Pause. Tee.

Längere Pause. Ich glaub, ich mach jetzt mal einen Herbstspaziergang.

Breching-News. Stadt Duisburg entlastet sich selbst.

Na, dann ist ja alles gut…

Die Republik schaut auf Karl Janssen

Moinsen. Alles frisch? Einigermaßen gut geschlafen? Dann können wir ja weitermachen.

Am Abend des 3. August 2010 gehen also die “Duisburgfans” in die Offensive, der  Hafenmeisterobermeister Tentler koordiniert verschiedenste Aktivitäten, zu denen auch die online-redakteure der DMG ihre Ideen beitragen, wie sie den Kommentierungen ja sicherlich ebenfalls entnommen haben.

Bis zu diesem Tag hatte ich von Herrn Tentler noch nie was gehört. Was Herr Tentler so macht? Erzähl ich Ihnen später, können Sie aber auch alles selbst nachlesen. Hier. seine Referenzliste auf seiner Homepage. Da stehen seine Projekte von gestern, heute und morgen drin…

Und am Morgen eben jenen Tages, an dem sich so vieles in Duisburg tut, da  gibt es in dem netten kleinen Örtchen namens Emmerich, einem Hort beschaulicher Ruhe und katholischer Gelassenheit, eine ganz seltsame Zeitungsmeldung.  Eingeleitet wurde der Artikel mit folgenden Worten:

“Nach der Loveparade-Katastrophe schaut die Republik auf Karl Janssen. Der 54-Jährige leitet den Krisenstab in Duisburg. Was viele nicht wissen: Janssen ist Emmericher. Sein Bruder Jenne (62) ist bekannter in der Stadt.”

Ich hätte jetzt gerne noch den ganzen Artikel gelesen, leider habe ich ihn im Zeitungsarchiv nicht auffinden können. Sie wissen: das Internet ist für mich auch ein neues Medium, – nicht alles, was ich versuche gelingt. Ich muss vieles noch lernen. Aber vielleicht schaffen Sie ja schon, wozu ich noch zu blond bin. Der Artikel stand, na wo? In der Rheinischen Post.

Den Verweis auf ihn fand ich hier:

http://www.localxxl.com/de/lokal_nachrichten/emmerich/emmerich-duisburg-karl-janssen-quot-er-war-faul-in-der-schule-quot-1280827198-ftz/

Der dort angegebene Link führt aber ins Leere, im RP- Archiv fand ich nichts.

Aber eigentlich ist der Rest des Artikels auch gar nicht so wichtig. (Owohl bestimmt erheiternd) Interessant an dem, was wir bis hierhin erfahren, ist ja folgendes:

Völlig unbemerkt von den Duisburgern berichtet hier eine kleine Emmericher Lokalredaktion etwas, was den Duisburgern selbst und den übrigen Bewohnern dieser Republik völlig entgangen ist:  Unser aller Augen sind auf Karl Janssen gerichtet.

Karl Janssen, von dem am Freitag, dem 30.7. erstmals berichtet wird, daß er am Samstag die Leitung des Krisenstabes übernehmen und damit Herrn Rabe ersetzen wird…

Wir wussten das ja an diesem 3. August gar nicht, weil es ja in Emmerich in der Zeitung stand und nicht hier, deswegen haben wir gar nicht gesehen, was wir unmittelbar vor Augen hatten. Aber jetzt, da können wir das ja nachholen.  Richten wir also unsere Augen auf Herrn Janssen…

Wie die Dinge sich entwickelten…

Am Samstag, dem 31.7. 2010 findet , eine Woche nach der Loveparade, die Trauerfeier in Abwesenheit des Oberbürgermeister statt. Im Vorfeld lassen die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident und verschieden andere landes- und bundespolitische CDU-Größen zwar  vorsichtig formuliert, aber dennoch keinen Zweifel daran, daß sie einen politisch verantwortlichen Rücktritt von Herrn Sauerland erwarten. Von der örtlichen CDU hört man nichts.

War ursprünglich noch gesagt, die Trauerfeier werde auf Plätze rund um die Salvatorkirche übertragen , ist zwischenzeitlich anderes geplant worden: Es wird zeitgleich eine Trauerfeier im Fußballstadion des MSV geben.

Wieso auf einmal das Wedaustadion „Austragungsort“ sein sollte, wollte mir nicht einleuchten. Man erwarte Zigtausende, hieß es zur Erklärung.

Und ich dachte mir, daß ich,  lebte ich noch in Duisburg, wohl ebenso vor dem Fernseher gesessen hätte, wie ich es an jenem Tag in Hamburg tat. Wenn ich nicht zur Salvatorkirche gekonnt hätte – in ein Fußballstadion hätte ich nicht gewollt. Für Robert Enke und die Fans,  da war es das richtige, so dachte ich, aber nach der Loveparade? Ich konnte mir das nicht vorstellen. Und die Zigtausende, die man erwartet hatte, müssen dasselbe empfunden haben wie ich.  Sie blieben zu Hause. Und die Strassen leer….

Totensamstag. Totenstille. Trauertag.

Am nächsten Tag, am Sonntag dem 1. August, fand auch der angekündigte Spendentrauermarsch statt. Er führte vom Stadion des MSV zum Tunnel.

Und wieder einen Tag später, am 2. August geht eine Pressemitteilung darüber heraus und die Medien werden berichten von der ergreifenden Rede des Josef Krings, den Duisburger Bürgern und ihrem bürgerschaftlichen Engagement…

Im Internet geht es in den einschlägigen Foren schon seit dem Wochenende ganz hoch her:  „Sauerland muss bleiben“ wird diskutiert, ach was, von Diskussion kann da nicht die Rede sein, es wird, so empfinde ich es „propagiert“.  Zum ersten Mal kommt mir der Gedanke, dass eine PR-Agentur daran arbeiten könnte, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. 6 Tage später, am 10.8. werden wir erfahren, dass tatsächlich ein PR-Berater eingeschaltet wurde.  Seit wann, das wissen wir nicht. Wir wissen nur, wann er wieder ging.  Und was genau er beauftragt war zu tun, das wissen wir auch nicht. Er macht jedenfalls eine Menge Interviewtermine. Und Herr Sauerland, der für eine Weile von der „Bildfläche“ verschwunden war, wird nun zunehmend wieder sichtbar.

Er spricht Texte, die wie Bausteine zusammengesetzt werden, auswendig gelernt erscheinen, er ist, zumindest in meinen Augen, sichtbar gezeichnet. Von Souveränität keine Spur.

Ich bin den „Kreuzverhörern“ heute noch dankbar, dass sie darauf verzichtet haben, diesen Mann, der da,  spürbar hilflos und am Ende seiner Selbst vor Ihnen saß, tatsächlich in ein Kreuzverhör zu nehmen. Was andere für berufliche Schwäche der Redakteure gehalten haben , ist in meinen Augen ein Zeichen menschlicher Stärke gewesen. Jemanden, der so offenkundig verstört ist, der so gespenstisch anmutet, dem setzt man nicht vor laufenden Kameras zu und nimmt ihn auseinander.

Insbesondere der Redakteurin war ihre Fassungslosigkeit in einigen wenigen Momenten sehr deutlich anzumerken. Ich war froh, dass sie diese nicht durch unangemessene Härte zu überspielen suchte.

Für mich ist dieses Interview kein „journalistisches Versagen“ sondern eine halbe Sternstunde der Mitmenschlichkeit..

Aber das war ja später, das “große” Interview, wir sind immer noch am 2. August, dem Tag, an dem wir erste Presseveröffentlichungen von der  „Initiative“ über den Verlauf des Spendentrauermarsches erhalten….

Und da knüpfen wir dann später wieder an. Morgen. Jetzt geh ich schlafen – es ist genug für heute.  Und es gibt vieles, über das Sie nun sicher erstmal nachdenken wollen. Ich bin einfach nur müde – und wünsche Ihnen eine gute Nacht.

Stille Tage in Duisburg ?

Am 29.7. 2010,  der Tag mit den Rücktrittsgerüchten, der Tag, an dem HKewitz eine von den vielen Dateien erstellte, die auf den Seiten des SSB stehen, entwickelten sich auch andernorts rege Aktivitäten. So stellt am 29. Juli  Frank Tentler einen Artikel bei den „Hafenmeistern“ ein. Er beginnt mit folgenden Worten:

“Gestern hatten die Hafenmeister, das Sammelbecken der Duisburger Kreativszene, ein kurzes Treffen, das ganz im Zeichen der schrecklichen Ereignisse am letzten Samstag stand. Einige waren vor Ort, alle waren sehr betroffen. In den Gesprächen keimte bei uns allen der Wunsch, dass wir helfen wollen. Der folgende Text ist ein erster persönlicher Versuch, diese Gedanken zu sammeln und zu konkretisieren.”

Lesen Sie bitte selbst weiter:, hier:. http://hafenmeister.posterous.com/trauer-helfen (und vergessen Sie auch die Kommentare nicht)

Am 3.8. 2010 um 21:49 Uhr, spät am Abend

wird dieser Artikel an einer anderen Stelle ebenfalls veröffentlicht, und zwar bei den „Duisburgfans“.

http://www.duisburgfans.de/duisburg/artikel/20100803-wir-glauben-an-duisburg-wir-sind-duisburgfansde-packen-wir-es-an/

Schon am nächsten Morgen, am 4.8.2010, morgens früh um 8 Uhr, verlinkt Kulturdezenent Janssen eben diese Seite mit der seinen. Hier: http://www.janssenkarl.de/lokal_1_1_256_Duisburg-zwischen-Trauer-und-NachvornSchauen.html

Das sind wirklich NEWS. Schneller gehts ja kaum…

Wie Sie den oben zitierten einführenden Worten entnehmen können, hatten “die Hafenmeister” sich „gestern“, also am 28. Juli, getroffen. Und Frank Tentler hatte im Anschluss daran die Initiative ergriffen…

Der 28. Juli – ein Tag, an dem viele die Initiative ergriffen. Der Tag, an dem auch die Aktivitäten rund um den „Trauerspendenmarsch“ begannen.

Pause.  Tee.  Lang ziehen lassen.  Beruhigt.

Erste – und zweite Blicke.

Trauer ist kein produktives Gefühl.

Klares Denken und schnelles Handeln ist jetzt angesagt.

Und keiner spricht mit der Presse.

( Tatort, letzter Sonntag )

25.7. 2010

Wir schreiben den Tag 1 nach der Loveparade.

Herr Gerste, Geschäftsführer der DMG ist morgens in den wohlverdienten Urlaub gefahren, es wird eine erste Pressekonferenz geben. Ein desaströser medialer Auftritt auch des Oberbürgermeisters. .

26.7. 2010

Der Tag 2 danach.

Herr Sauerland gibt eine persönliche Erklärung ab. Anzuhören ist diese zwischen 2:24 und 2:50 in folgendem Bericht des WDR. http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/07/26/westblick-entwicklung-love-parade.xml

Der Mann, der hier spricht, ist erschüttert. Er spricht mit zitternder Stimme und ist kaum in der Lage sich gefasst zu halten.

Zu Beginn des Berichtes schildert der Reporter auch noch eine andere bizarre Situation. In den Minuten, als Herr Sauerland von der Katastrophe Kenntnis bekommt, war dieser Reporter in seiner unmittelbaren Nähe auf dem Gelände am Güterbahnhof.

Und hier schon zeichnete sich eine erste schwere psychische Reaktion deutlich ab. Herr Sauerland beginnt für sich, die Wirklichkeit zu leugnen. Eine „normale“ Reaktion eines unter extremem psychischen Stress stehenden Menschen..

Die Seele schützt sich durch „Nicht-wahrhaben-Wollen“. .

Am 29.7. 2010 gibt er auf N24 ein weiteres kurzes Interview. Bei  den Ruhrbaronen lese ich daß Stefan Laurin ihn so versteht,  daß Herr Sauerland einen Rücktritt für sich ausschließt.  Ich hatte ihn anders verstanden. Es ging ihm schlecht, das war ihm anzusehen. Er hatte persönliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen.  Man konnte ihn so – oder so verstehen.

Und im Internet, am gleichen Tag,  kursieren erste Rücktrittsgerüchte.

An diesem Tag, dem 29. Juli gibt es in der Presse auch die erste offizielle Ankündigung und Einladung zu einem „Spendentrauermarsch“  zu lesen.

Hier unterbreche ich die Chronologie – und wir richten unseren Blick auf dieses erste in Erscheinung treten dessen, was ich als „den „Lenkungsausschuss Trauer“ bezeichne.

Für diesen Trauermarsch hatte es also eine „Pressemitteilung“ gegeben, man nennt so etwas abgekürzt „PM“.

Diese Pressemitteilung finden Sie als word-Datei auf den Seiten des Stadtsportbundes.

Als Initiatoren benennen sich:

  1. Der Lions-Club Duisburg, vertreten durch Jörg Bunert.  Herr Bunert befasst sich leidenschaftlich mit dem Laufsport und hat bereits zahlreiche Spendenläufe organisiert. Er wird als Anreger des Trauermarsches genannt..

2. pro Duisburg e.V. (Vorsitzender Herr H.Kewitz)  sowie

3. der Stadtsportbund, (Vorsitzender Herr Hering).

Dieser word-Datei können wir unter Datei-Eigenschaften entnehmen: Autor HKewitz. Ausgedruckt wurde sie  am 28. Juli 2010. Um 13:13.

Nur 2 und einen halben Werktag nach diesem unheilvollen Wochenende ist überhaupt schon sehr vieles passiert – und organisisert:

Herr Bunert hatte eine Idee,  proDuisburg hatte die Anregung aufgenommen und irgendwie war auch der Stadtsportbund schon hinzugestossen. Mit Herrn Krings war gesprochen worden,  man wußte, daß man einen Duisburger Künstler beauftragen wollte, wußte auch wo ungefähr man eine Gedenktafel anbringen wollte – das alles war soweit schon geklärt.

Auch geklärt war der Spendenaufruf.

Dazu findet man auch eine word-Datei mit dem Namen „Gedenktafel 2“. Öffnet man sie, sieht man rechts oben das Logo des Stadtsportbundes, dann folgt der Aufruf mit den Details und der Bekanntgabe einer Bankverbindung auf ein Konto von ProDuisburg.

Den Datei-Eigenschaften kann man auch hierbei entnehmen, wer der Autor ist:  Es ist wieder HKewitz. Und wann die Datei erstellt wurde liest man auch: am 29. Juli 2010.

Und noch eine Datei findet sich auf den Seiten des Stadtsportbundes:

Mit Erstellungsdatum vom 2.8. 2010 schreibt einmal mehr der Autor HKewitz. Diesmal  eine Art „Bericht“. Inhalt und Aufbau lassen darauf schließen, daß es sich um eine „Pressemitteilung“ handelt.

Diesem Schreiben kann man auch entnehmen, welche Duisburger Unternehmungen den Trauermarsch unterstützt haben.

Bitter dachte ich im ersten Moment als ich die Auflistung las „Sie trauerten mit freundlicher Unterstützung von ….“

Ich glaube nicht, daß die genannten Firmen Ihre Unterstützung von einer Namensnennung beispielsweise in Presseveröffentlichungen abhängig gemacht haben.  Ich schreibe dies vielmehr der Instinktlosigkeit  eines in seiner Routine verhafteten Menschen zu,  dessen täglich Brot es ist, „Sponsoren“ einzuwerben und sich bei „den Sponsoren“ ordentlich zu bedanken, wie es sich gehört.

In diesem Fall hätte es sich nicht gehört. Es war schlichtweg geschmacklos.

Alle uns hier vorliegenden Dateien haben denselben Autor: HKewitz.

HKewitz, vormals Redakteur bei der Rheinischen Post, ist Vorsitzender des Vereins proDuisburg , über den ich schon öfter schrieb und der es  nie versäumt, zu erwähnen, das er aus dem traditionsreichen Verkehrsverein Duisburg entstanden ist. Das klingt dann immer so heimelig nach Kaffeefahrt – und gar nicht so, als würden hier politische und wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen und eine wesentliche Rolle spielen.

Geschäftsführer von pro Duisburg, ich vergaß es bisher zu erwähnen, ist Georg Stahlschmidt,

„City-Manager“ , mit eigener Geschäftsstelle innerhalb der DMG und deren Bereichsleiter. Als Bereichsleiter, so liest man, verantwortet er das Geschäftsfeld Veranstaltungen. Aber lesen Sie selbst, was er macht…

http://www.citydu.de/verein/info.htm

Von Herrn Stahlschmidt habe ich bisher überhaupt nicht gehört. So überhaupt gar nichts, daß ich eben erst noch einmal herumgegoogelt hab, ob er überhaupt noch im Amte ist. Er ist. Ich las  nichts Gegenteiliges. Vielleicht hat er aber auch mit den Entwicklungen gar nichts zu tun – und ist einfach nur im Urlaub. Machte ja so ziemlich jeder in verantwortlicher Position hier Tätige, während unsere Stadt mehr und mehr in eine schwere Krise geriet.

Am nächsten Tag, Freitag, dem 30.7. 2010, geschehen verschieden Dinge:

Die Rücktrittsgerüchte vom Vortag werden offiziell dementiert.

Das Verwaltungshandeln soll von der Kanzlei Heuking überprüft werden, die an diesem Tag Ordner und die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Erst nach Vorlage ihres Berichtes will Adolf Sauerland seine Endscheidung treffen.

Dieser Tag stellt für mich einen bedeutenden Einschnitt in A. Sauerlandes  bisheriges Handeln dar. Von jetzt an schließt er einen kurzfristigen Rücktritt kategorisch aus und will sich, so liest man dann am 2.8. 2010,  einem Abwahlverfahren stellen….

Eine bemerkenswerte Wende. In der medialen Öffentlichkeit wird nach Motiven gesucht – und man glaubt sie in den Versorgungsansprüchen gefunden zu haben. Ich glaube das nicht. Ich meine, sie haben, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Eins ist nämlich bei der Suche nach Motiven völlig aus den Augen geraten:

Es gab ja nicht nur Rücktrittsgerüchte. Es war auch eine Presseerklärung angekündigt, ein Termin anberaumt worden. Lesen Sie hierzu diesen Artikel:

http://www.morgenpost.de/vermischtes/article1362197/Sauerland-Ruecktritts-PK-war-schon-geplant.html#reqRSS

Und es wird später andren Stellen davon berichtet werden, daß Herr Sauerland am Tag vor der Mandatsübernahme durch die Kanzlei Heuking eine Essener Anwaltskanzlei konsultiert habe, die ihm zum Rücktritt riet.

Was genau dazwischen geschah, nach der Konsultation in Essen und der Beauftragung der Kanzlei Heuking, das wissen wir nicht. Was es darüber zu lesen gibt, sind Spekulationen.

Und all diese Spekulationen gehen in immer dieselbe Richtung: Herr Sauerland will um jeden Preis im Amt bleiben. Und ist für anderslautende Ratschläge nicht empfänglich..

Was aber, wenn das gar nicht stimmt? Wenn es ganz anders war?

Macht man sich von der einmal eingeschlagenen Denk-Richtung „Sauerland ist böse“ frei, dann könnte es auch anders gewesen sein. Man kann – ist man in den Gedanken erst einmal frei und „gutwillig“ –  ebenso spekulieren, daß  Herr Sauerland den Ratschlag der Essener Kanzlei hatte annehmen wollen. Er könnte tatsächlich vorgehabt haben, anlässlich der bevorstehenden Trauerfeier seinen Rücktritt erklären zu wollen. Vieles spricht dafür. Und das wäre auch angesichts seiner Verfassung für ihn persönlich das Beste gewesen.  Und dass man ihn dann erst umgestimmt hat, – auch das könnte sein.  Eine mögliche Sichtweise, die aber bisher niemand eingenommen hat.

Als der kurz darauf hinzugezogene PR-Berater Steinkühler aufgab, da  jedenfalls hieß es :  „Nach Information der WAZ soll der Grund hierfür mangelnde Offenheit der Stadtspitze gewesen sein“

Der Stadtspitze. Es ist nicht die Rede von Herrn Sauerland allein. Wir wissen nicht einmal, ob hier überhaupt von ihm die Rede ist….

Soweit der Anfang. Ich bitte Sie, das Geschehen auch einmal aus dieser und anderen Perspektiven zu betrachten. Vielleicht müsste der Zorn darüber, dass Herr Sauerland nicht zurücktritt, nicht allein auf ihn gerichtet sein. Vielleicht sind seine persönlichen Interessen hier gar nicht so maßgeblich, wie man auf den ersten Blick meinen könnte…

Wollen wir also weitere Blicke werfen, auf das was geschah…Vielleicht sieht man mit dem Zweiten einfach besser…

Aber erst nehmen Sie sich bitte die  Zeit, das alles zu überdenken…

Aufklärung statt Vorverurteilung

2 Uhr 2.  Mir graut der Morgen. Hier. Lesen Sie mal.

Demo für Sauerland…

Meinzeit, wer hier durch die Foren spaziert, der kennt mittlerweile den Privatmann.  Und ganz so privat ist er dann doch nicht. Es sei denn, man betrachtet Politik als reine Privatsache.

Ich hab viel gearbeitet heute. Ich geh jetzt ins Bett und versuche zu schlafen. Falls das geht, nach solchen Nachrichten.

Wiedervorlage. Die Zweite.

Hier noch einmal der Link auf xtra-news, meinen Kommentar und die Wortmeldung von Herrn Janssen darauf.  Herr Janssen hat sich selbst danach nicht mehr eingelassen, dafür, wie Sie lesen können, mit einigem Eifer, der Herr Peters.
Das verdient selbstverständlich weiterer Betrachtung. Bis ich dazu komme, können Sie sich ja schon mal Ihre eigenen Gedanken machen. Gut hinlesen. Und sich dann, wie immer, Fragen stellen. Fragen, fragen, fragen. Und nicht aufhören damit.

Nun liegen jede Menge Puzzleteilchen, noch unsortiert, vor Ihnen auf dem Tisch. Ich will Sie nicht der Möglichkeit berauben,  sie selbst zusammenzusetzen. Nichts ist für unser  zukünftige Leben bereichernder, als das, was wir uns selbst erarbeitet haben. Beherrscht man selbst Techniken, sich Wissen anzueignen, dann ist man nicht mehr so sehr auf andere angewiesen.  Man ist dann freier, sich ein eigenes Bild zu machen, einen eigenen Standpunkt beziehen zu können.  Ich will Sie frei denken sehn – frei, auch von mir.  Allzulange wurde Ihnen schon “Fertigkost” serviert. Und vieles mussten Sie einfach schlucken, weil Ihnen die Zutaten für das Originalrezept fehlten. Oder Sie nicht wussten, daß es überhaupt eines gibt – und nicht merkten, daß man Ihnen immer nur Wasser servierte – wo es doch auch Rahmsüppchen gab…

Alles, was ich Ihnen in der nächsten Zeit hier ausbreiten werde, habe ich Ihnen schon – über zahlreiche Links – aufgezeigt. Viele Teile – aber ein Bild. Ich werde mich in den nächsten Tagen daran machen, diese Teile zusammenzusetzen und Sie an meinen Gedanken dazu teilhaben zu lassen. Wenn Sie zur Ungeduld neigen, können Sie aber auch heute schon selber puzzeln.

Ich geh jetzt.  Und da, wo ich hingeh, muss man auch den Mund aufmachen.  Muss man immer, wenn es wehtut und man es anders auch gar nicht mehr aushalten kann…

Montagmorgen.

Die Sonne ist aufgegangen – seit dem schüttet es wie aus Badewannen. Ich muß zum Zahnarzt heute, mal “recherchieren” wie es mit meinem kräftigen “Biss” weitergehen kann. Und da ein Übel immer noch an der Wurzel behandelt werden muss (Frau Dokor weiß welches!), kann ich Ihnen nicht sagen, wann und ob ich heute weiter schreibe. Sonst? Herr Schaller hat sich zu Worte gemeldet. Welch eine dreiste Nummer! Wenn ich mich mit ihm bisher nicht beschäftigt habe, dann, weil er kein “politisch” Verantwortlicher ist – und um die strafrechtliche Seite die Staatsanwaltschaft sich hoffentlich intensiv kümmert. Dass ich kotzen könnte, wenn ich nun lese, wie – und auf wessen Kosten – dieser Mann glaubt, sich entlasten zu können, muß ich nicht ausführen. Wer so dreist versucht hat, Behörden unter Druck zu setzen, wer glaubte, er könne bestimmen, was an Sicherheitsvor-kehrungen von ihm verlangt werden darf und was nicht, wer zu Besprechungen den Anwalt mitbringt und “Drohbriefe” verschicken ließ, um noch mehr Druck auszuüben – der sollte echt nicht meinen, er könne sich mit Fingerzeig auf andere “entlasten”.  Herr Schaller ist mir nur widerwärtig.  Hier ein Link zum Artikel in der Welt. Und hier einer zum Westen. Zur “Sinfonie der Tausend” werd ich Ihnen gern auch noch meine Meinung sagen. Später.  Jetzt nur der Veranstaltungshinweis:

” Aufgrund von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bitten wir Sie, Ihren Personalausweis mit sich zu führen. “

Aufgescheuchte Seelen.

Wir haben so viele Wunden.  Aber wir sind auch geborgen.

Und es gibt unzählige seelenvolle Menschen. Wir sind nicht allein.  Wir sind All-Ein.  Auch in den einsamen Nächten.

Schlafen Sie gut. Und haben Sie keine Angst vor dem Morgen. Die Sonne wird wieder aufgehen. Auch über Duisburg.

Sonntag

Ich weiß nicht, was Sie Sonntags machen. Denken Sie da manchmal an Gott? Ich schon.

Ich denke öfter an ihn als am Sonntag, aber am Sonntag mach ich das besonders gerne. Der  Morgen ist  ruhig, die Welt ist ein bißchen stiller als sonst, das Treiben nicht ganz so geschäftig. Und weil ich ja nicht in die Kirche gehe, denke ich mir manchmal selbst eine Predigt aus. Was ich so sagen würde, an einem Tag, wie beispielsweise diesem.

Heute dachte ich an „Schuld“. Die ganze Zeit ist ja jetzt immer wieder von „Schuld“ die rede.

Und dann weist jeder sie von sich, mit Klauen und Zähnen, mit List und Tücke.  Mit Angst. Und aus Angst. Zunächst fällt auf,  daß dabei viele  „Schuld“ und „Verantwortung“ gleichsetzen. Wenn Verantwortung übernommen würde, so liest man zunächst, dann käme das ja einem Schuldeingeständnis gleich. Ein bißchen später dann, wird doch differenziert: Verantwortung würde übernommen, so hieß es, wenn nach Abschluß von Ermittlungen eine juristische Schuld nachgewiesen werden könne. Ein heilloses Durcheinander herrscht  in diesen Begriffen. Bei den einen gibt es zwei Worte, die ihnen aber gleiches bedeutend, andere wiederum differenzieren, machen aber weitere Unterkategorien für Verantwortung auf: persönliche, juristische, moralische. Und diese werden dann von den Ersteren für beide Begriffe übernommen. Das ist das Kreuz mit der Sprache im allgemeinen und mit unserer, die so nuancenreich und vielfältig ist, ganz besonders: – Nie reicht sie aus. Sie scheint es insbesondere dann nicht zu tun, wenn Menschen aufeinandertreffen, die sich nicht verstehen wollen, – wohingegen wir andrerseits alle das Gefühl der „blinden Verständigung“ kennen, da, wo wir miteinander im Einklange sind und keiner Worte mehr bedürfen.

Unabhängig davon, was wir selbst darunter verstehen, welcher Bedeutung der Worte, welchem Wort wir selbst zuneigen, müssen wir, wollen wir das alles verstehen, was uns zur Zeit so sehr beschäftigt, von der Bedeutung ausgehen, die diese Begriffe für jene haben, die unmittelbar betroffen sind.  Herr Sauerland hat es uns selbst gesagt : er setzt diese Begriffe gleich. Für ihn geht es um die Frage persönlicher Schuld. Und die wiederum setzt er mit  juristischer gleich. Ich wies damals, gleich zu Anfang darauf hin, als ich im Fernsehen nichts anderes sah, als einen erschütterten, traumatisierten  Menschen, daß und warum Herr Sauerland sich durch seine Definition, in einer katastrophalen seelischen Notlage befinden muss ! Ich habe Sie damals inständig gebeten, bei allem berechtigten Zorn, den seine Handlungen hervorriefen, Augen und Herz auch für seine Seelennot nicht zu verschließen. Auch er ist unser Bruder. Ein verzweifelter Mensch, „Out of order“, von Menschen umgeben, die ihre Karrieren und ihr politisches Schicksal fester im Auge haben, als sein oder das Wohl der Stadt.

Ich entsinne mich nicht,  jemals eine solche Kette verhängnisvoller Ereignisse wie Räder unheilvoll ineinandergreifen gesehn zu haben. Und die Protagonisten, die gewählten Verteter dieser Stadt, scheinen vollständig taub und blind dafür, daß die Bürger ebenso wie ihr Oberbürgermeister, dringend aufrichtiger Anteilnahme und menschlicher Zuwendung bedürfen…

Was aber kann man tun, wie kommen wir raus, aus dieser Sprachverwirrung, diesem Schicksalsrad, aus der Frage nach Schuld? Wie beantworten wir, wie beantworte ich sie?

Das ist die Fragen, die ich mir gestellt habe heute.

Und die ich gar nicht beantworten muss. Denn diese Frage hat Gott, hat Christus für uns beantwortet. Er starb für uns den Kreuzestod. Er hat alle Schuld auf – und mit sich genommen.. Er hat uns freigemacht von aller Schuld. Für immer. Und auf Ewig.

Wie könnten denn wir Menschenkinder, Brüder und Schwestern, wie könnten wir angesichts eines Gottes, der in Liebe sich für uns hingab, überhaupt von Schuld sprechen? Wie könnten wir denn jemandem Schuld zuweisen, dem von Gott und vor Gott, für alle Zeit alles vergeben ist?

Wir sind aufgerufen zu vergeben. Was auch immer. Wem auch immer.

Und wir sind in die Verantwortung gestellt. Von Gott. In unsere eigene.

Was wir seit seinem Kreuzestod ehrlichen Herzens führen können, sind allenfalls Selbstanklagen.

Diese Selbstanklagen, unsere “Gewissen” sind die Hölle und mit keinem Gericht der Welt zu vergleichen. In solchen Stunden, in denen wir unsem höheren Selbst gegenüber treten, ist es wichtig, dass wir da sind füreinander uns beistehen, uns hinwenden, einander annehmen und trösten. Es  ist wichtig, dass wir einander helfen, die Verantwortung zu tragen, die, in die uns Gott stellte, wie auch die, die zu tragen wir uns in der Welt bereit erklärt haben.

Der Herr segne und und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und schenke uns Frieden.

Amen.

Personalien

Ich muss Ihnen noch ein bißchen Wissen vermitteln, bevor es weitergeht in den verschiedenen Texten.  Natürlich können Sie sich das alles auch selbst zusammensuchen im Netz, aber das kostet ja Zeit – und davon habe ich vermutlich mehr als Sie.  Sie werden es ja schon bemerkt haben, daß ich Ihnen immer mal wieder Links gesetzt habe, in den vergangenen Wochen, und Sie so mit mir zusammen herumspazieren konnten  auf den Wegen durch den luftleeren Raum. Ich erinnere hier aus gegebenem Anlass noch einmal an die Anfänge des “Gedenkkreises”.  Ich empfahl Ihnen damals , alles und jeden zu hinterfragen.  Heute möchte Sie noch auf einen anderen Umstand hinweisen:

Wenn von der DMG geredet wird, dann liegt alle Aufmerksamkeit auf dem Geschäftsführer Gerste.  Genau,  das ist der “Partylifter”, der in Urlaub fuhr, dort aber dann eine Standleitung nach Duisburg hatte und Tag und Nacht arbeitete.  Sie erinnern sich ? Den Link setzte ich Ihnen auch.

Bisher aus dem Blickfeld geraten ist aber , dass die DMG zwei Geschäftsführer hat. Dieser zweite Geschäftsführer ist Herr Jansen. Wenn ich diesen ominösen Gedenkkreis wiederholt “Lenkungsausschuss Trauer” genannt habe, geschah das nicht ohne Grund. Ich sagte ja bereits, daß ich meine, daß hier  “alle Hebel”  in Bewegung gesetzt wurden, um die “Situation” unter Kontrolle zu kriegen”.  Während die Bürger noch geschockt und traurig waren, und man andernorts die politische Verantwortungsübernahme vehement von sich wies, wurde gleichwohl intensiv  “für die Zeit danach” gearbeitetet.  Ich werde dazu später noch schreiben… Als Erstes installierte   sich ein in meinen Augen in keiner Weise legitimierter “Gedenkreis” selbst, spricht nun für “die” Duisburger und trifft weitreichende  Entscheidungen. Weichenstellungen werden vorgenommen, über die Köpfe der Bürger hinweg. Und nur  ein Angehöriger eines Opfers ist beteiligt. Das  ist völlig inakzeptabel. Und im Zentrum all dieses inakzeptablen Geschehens steht Herr Jansen, Mitglied des Verwaltungsvorstandes der Stadt Duisburg, Geschäftsführer der DMG, deren Aufsichtsratsvorsitzende Petra Vogt ist (CDU), er ist der Kulturdezernent, und Sprecher eines Gedenkkreises, dessen “Mit” -Initiator der Verein ProDuisburg ist, wo wiederum sein Mitgeschäftführer Gerste (CDU) ebenso im Beirat sitzt, wie der Altbürgermeister Pletziger (CDU) und der Bürgermeister Lehnsdorf (CDU).  Und wie ich erfahren musste, gehört diesem sich selbst zuVerhandlungen ermächtigende Kreis Josef Krings gar nicht an,  obwohl dieser Eindruck öffentlich hervorgerufen – und sicherlich von den Bürgern auch  positiv bemerkt wurde.  Für mich der Einzige, der über jeden Zweifel erhaben gewesen war,  der Einzige, zu dem die Bürger überhaupt noch so etwas wie Vertrauen haben.

Das alles, die Vereinnahmung von Trauer, die Vereinnahmung von Menschen, die eigenmächtige Weichenstellung mag ja politisches Alltagsgeschäft sein, ich finde es unerträglich.

Ein Leser im Westen kommentierte sehr einfühlsam:

“Herr Sauerland bräuchte einen wirklichen Freund, der ihn an die Hand nimmt, ihn aus dem Amt führt und dann in aller Ruhe erklärt, warum das so sein musste.”

Und er  schreibt weiter:

“Stattdessen hocken seine Fraktionskollegen und der Stadtverband in der Versenkung, lassen wahrscheinlich die Drähte heisslaufen, um irgendwelche Strategien zu diskutieren, und lassen dabei ihren OB immer weiter in die Wüste laufen. Das alles nennt sich dann christlich-demokratische Politik.”

Wenn der Kommentator im Westen tatsächlich Recht damit hätte, wenn in den leitenden Positionen der Stadtspitze und in den verantwortlichen politischen Gremien, die eigene Zukunft geplant würde, ohne Rücksicht auf die Belange der Menschen, auch ohne Rücksicht auf den Menschen Adolf Sauerland, wenn das, was ich das  “Politgeschachere” nenne, schon lange  begonnen hätte – dann nennte ich das verwerflich.

Sie, die hier mitlesenden politisch Verantwortlichen, würden die Situation, in der Sie und die Bürger dieser Stadt sich befinden dann völlig falsch eingeschätzt haben. Wir befinden uns mitten in einer Krise, deren Ende durch Ihr Handeln nicht einmal mehr abzusehen ist.

Sie können doch nicht ernsthaft davon ausgehen, daß Sie, so wie Herr Jansen es in seinem Radiointerview beschrieb, nahtlos an die Zeit vor der Loveparade anknüpfen können.  Sie können doch nicht wirklich glauben, Sie könnten weitermachen, wie bisher, nur mit einem anderen OB an der Spitze.  Das Vertrauen in Sie und Ihrer aller Handlungsfähigkeit ist derart erschüttert, daß Sie es sich erneut erwerben müssen. Um es noch deutlicher zu sagen:  Sie müssen es sich erst einmal verdienen, denn käuflich ist es nicht.  Die Vorschüsse, die man Ihnen gab,  sind allesamt aufgebraucht, alle Konten weit überzogen. Vertrauen? Dessen müssten Sie sich jetzt erst einmal als würdig erweisen. Ohne Vertrauen aber lässt sich unser Gemeinwesen nicht gestalten.

Sie werden sich erneut zur Wahl stellen müssen. Täten Sie das nicht, müßten  Sie bei der nächsten “regulären” Wahl erleben,  daß außer Ihren Mitgliedern in dieser Stadt niemand mehr an die Urnen geht.  Falls die Bürger ein “Weitermachen” Ihrerseits überhaupt zu akzeptieren bereit wären, was ich erheblich bezweifle.  Sie würden damit der Demokratie in einem noch größeren Maße Schaden zufügen, als Sie es bis hierhin schon getan haben.

So. Feierabend. Abendsonne. Sehr schön. Ich bin dann mal weg…

Moinsen. Zurücktreten!

Im Westen nichts Neues, im Norden auch nicht. Keine Post. Ich wartete bisher auch vergeblich darauf, daß Herr Jansen sich mitteilt und mir ( und Ihnen) ganz einfach sagt: “Frau Müller, Sie verspekulieren sich. Da ist nichts dran, an Ihrer Meinung, daß ich Oberbürgermeister werden will. Will ich nicht. ” Das wäre ja die einfachste Art gewesen meine Befürchtungen auszuräumen.  Macht er nicht – wird er Gründe haben. Überhaupt spricht ja niemand mehr, außer, er will sich über das Volk empören… Auch mit der  Lokalzeit wird derzeit nicht gesprochen und das Rathaus entwickelt sich mehr und mehr irgendwie zum Spukschloss…

Na, dann werde ich Ihnen mal an diesem Wochenende erzählen, welche Anhaltspunkte es für mich gibt, die dafür sprechen, daß die CDU-Fraktion bereits an  “Plan B” arbeitet. Dann sind Sie nicht so überrascht und fallen nicht am Ende noch aus allen Wolken…

Gute Ruhekissen.

Für heute ist`s genug. Wir müssen ausgeruht sein. Den Brief an Herrn Jansen setzte ich selbstverständlich fort und ich werde mich dabei redlich bemühen, ihn einigermaßen kurzweilig zu halten.  Sowas ist ja alles Neuland,  für Sie, wie auch für mich – da wollen wir ebenso beherzt wie bedächtig voranschreiten und darauf achten, dass wir nicht ermüden. Wir wollen ja auch Freude an unseren Fortschritten haben.  Um die verschiedenenen Ebenen auseinanderzuhalten wird eine neue Kategorie eingerichtet – dann haben Sie leichteren Zugriff auf einzelne Kapitel.

Es ist noch viel passiert heute, Sie werden es selbst gelesen haben,die CDU meldete sich zu Worte und die Grüne Ratsfraktion zeigt Flagge statt die Segeln zu streichen, nachzulesen im Westen, bei -xtranews, den Ruhrbaronen oder im Duisblog – ich glaube,  Sie wissen sich jetzt schon ganz gut selbst auf dem Laufenden zu halten. Ich muß nicht mehr auf alles  einen Link setzen.  Wenn ich müde bin, wie jetzt ist das prima und wenn mir etwas besonders auf der Seele brennt, dann werd ich das auch weiterhin tuen.  Mich bewegt sehr viel mehr, als ich Ihnen an einem Tag zu schreiben vermag. Aber da ich weiß, daß Sie dieselben Dinge bewegen, muß ich das ja auch gar nicht immer tun.  Was Mimi zu dem ein oder anderen meint, das können Sie sich ohnehin denken. Ich bin jetzt mal eher so für die … Punktlandungen zuständig. Konzentration auf das Wesentliche. Auch eine Sache, die viele erst noch lernen müssen…

Hier hab ich noch 2 Videos gefunden, Betthupferl für Sie:

1. Künstler bei der Arbeit

2. Was dabei rauskommt

Schlafen Sie wohl…

Kapitel 3. Prolog.

Vorschlag von Lukas Loss

Vorschlag von Lukas Loss

Sehr geehrter Herr Jansen,

nachdem nun ein paar Augen der medialen Öffentlichkeit auf  den zu führenden Diskurs gerichtet sind, möchte ich Sie hiermit nun auch ganz offiziell in meinem Internet-Zuhause begrüßen.

Ich freue mich, dass auch Sie den Weg auf diese Seite gefunden haben.

Dieses Tagebuch ist Bestandteil meines Kunstprojektes ” “Ein, zwei, drei!  Menschen!”, in dessen Rahmen ich mir ein Zuhause in den unendlichen Weiten der intervernetzten Welt  gegeben habe. Mein Beitrag zur Ruhrkultur, wenn Sie so wollen. Und es ist auch Bestandteil eines anderen meiner Projekte mit dem Titel  „ “Freie Wege” In Erinnerung an Joseph Beuys.“

Ich schreibe Ihnen das, damit Sie wissen, warum Sie so häufig zum Gegenstand meiner Betrachtungen wurden:  Ich bin Künstlerin – Sie sind Kulturdezernent. Nach meinem Begriffe von der Kunst, den ich allerdings tüchtig erweitert habe, sind Sie und ich dadurch so etwas wie … natürliche Feinde. Katz und Maus sozusagen. Oder Hund und Katz. Je nachdem, welchem Bild man sich eher zugeneigt fühlt.

Sie können dem folgen?  Wenn nicht: Fragen Sie. Fragen Sie überhaupt immer und viel. Das empfehle ich jedem meiner Leser. Fragen sind „von Natur aus“ gut, Fragen gehören zum Fortschritt, wie das Gelbe zum Ei. Auch ich halte selten eine Frage zurück…

Sie schrieben „Ich finde Ihre Äußerungen über mich beleidigend und anmaßend.“

Darf ich Sie fragen, woraus die Beleidigungen bestehen und worin Sie mich anmaßend empfinden? Was maße ich mir an?  Ich glaube Ihnen gern, daß Sie mich so empfinden, aber ich frage Sie genauer: Was maße ich mir an? Womit habe ich Sie beleidigt?

Darin, daß ich hier, wie auch in meinen Kolumnen und meiner gesamten künstlerischen Tätigkeit, deutlich Stellung beziehe, darin kann ich keine Anmaßung sehen. Es sind  grundgesetzlich verbriefte Rechte, von denen ich als Staatsbürgerin umfänglich Gebrauch mache. Welcher Stilmittel ich mich bei meiner künstlerischen Tätigkeit (auch die Literatur ist ja eine eine solche) bediene, das variiert von Zeit zu Zeit und von Werk zu Werk  - aber Beleidigungen habe ich bisher nicht in meinem Repertoire. Es wäre hilfreich, Sie würden sich da erklären – dann kann ich auf etwaige persönliche Empfindlichkeiten gegebenenfalls eingehen, um Verletzungen zu vermeiden. Denn das bin ich durchaus bereit zu tun, mir ist nämlich nicht daran gelegen, irgendeinen Menschen zu verletzen. Auch Sie nicht. Es ist hier eine Auseinandersetzung in der Sache zu führen – und soweit als das möglich ist, werde ich Rücksicht üben. Soweit als das möglich ist ! Es geht hier um unsere Stadt. Um ihr Ansehen, aber auch und noch viel mehr um die Gefühle, den Schmerz und den Kummer abertausender Menschen, der Frage danach, wie es weitergehen kann. Und es geht hier um Menschen, die ihre Liebsten verloren und nun mit ansehen müssen, wie in dieser Stadt, einmal mehr, mit Verantwortung umgegangen wird.

Es wird viel zu reden sein. Das wird ein langes Schreiben, daß ich hier an Sie richte. Und es werden noch viele sich beleidigt fühlen, auf diesem langen schweren Weg, hinaus aus dem diesem dunklen Tal, in das man uns geführt hat.

Wir werden ihn zu gehen haben. Ob wir wollen, oder nicht.

Post von Herrn Jansen

Herr Jansen hat sich gemeldet.  Hier. Ich hab auch schon geantwortet. Ebenda.

So. Und jetzt will ich zu meinen Schwiegereltern, da möchte ich mich nicht verspäten… Man liest sich….

Gut Ding hat Gut Weil.

update:  Jetzt habe ich mal nach den Beleidigungen gesucht, die ich ausgestossen haben soll. Ich fand keine. Alles, was ich lese, ist Kunst…

Die Unzufriedenheit der Bürger…

update 27.8. – der untenstehende Link verwies auf einen anderen Artikel, der jetzt nicht mehr dort steht. Die Kommentare die unter diesem hier stehen gehören überwiegend  ebenfalls zu dem anderen Artikel. Hier ist dem “westen” wohl ein Fehler unterlaufen, den ich zu korrigieren bitte.

„Die Unzufriedenheit der Bürger mit dem Oberbürgermeister ist also nur insoweit bedeutsam, als Ratsmitglieder deren Unzufriedenheit zum Anlass nehmen, ihrerseits die Initiative…“ zu ergreifen.

Das schreibt Herr Greulich Herrn Rabe. Dem Herrn Rabe, der so trefflich des Oberbürgerm4isters innige Wünsche zu übermitteln weiß. Und der Herr Greulich, das ist der Herr Greulich, der “in Urlaub weilte” und uns und unsere Rathausangestellten ebenso im Regen stehen ließ, wie seine Kollegen es taten.

Moinsen, meine lieben Leser.

Zum ersten Mal seit über einem Monat habe ich ebenso tief wie lang geschlafen. Dass ich so vorzüglich ausgeruht bin, dürfte diesem Tagebuch in den nächsten Tagen noch sehr zu Gute kommen.

Ich weiß, Sie warten auf den Brief an Herrn Jansen. Der kommt. Und nicht nur der. Ich werde Ihnen in der nächsten Zeit mal erzählen, was sich meiner Meinung nach “hinter den Kulissen” dieser Horrorshow tut.

Ich bin es nämlich leid, mich derart verschaukeln zu lassen, meine Herren. Sie mögen immernoch glauben, die Dinge in Ihrem Sinne beeinflussen zu können – aber dieses Mal werden die Bürger Ihnen nicht hilflos ausgeliefert sein.  Es mag sein, daß Sie glauben, mit einer Beckschen Textausgabe unter dem Arm könnten Sie sich das, was Sie offenbar als Ihre Pfründe betrachten, auch weiterhin sichern. Das wird nichts. Sie dürfen getrost alle Hoffnung fahren lassen.. Ich habe jetzt noch ein paar Dinge zu erledigen – aber dann gilt meine ganze Aufmerksamkeit uneingeschränkt Ihnen. Und all dem, was Bürger gemeinhin Ihre  “Machenschaften” nennen. Ich will es Ihnen heute mal so formulieren, wie meine Großmutter es Ihnen gesagt hätte:

Ziehen Sie sich warm an!

Morgen ist auch wieder so ein Tag.

Wieder einer.  Wieder einer…

Ich werde nicht aufhören, auszusprechen, was war. Und was ist. Und mit mir werden es viele andere nicht. Wir alle werden nicht schweigen, mein Herren “Verwaltungsvorstände”.  Sie mögen Ihre Zukunft schon planen – unsere verplanen Sie nicht.

Wir werden nicht aufhören zu fordern, daß Sie sich endlich verantwortlich zeigen und Ihre Ämter niederlegen.  Jeden Tag. werden wir das fordern. Jeden einzelnen dieser grauenhaften Tage, die Sie uns zumuten.

Schlafen Sie wohl…

Einwohnerantrag auf Abwahl des OB unzulässig?

Ein neues Stück aus dem Tollhaus.  Herr Greulich schreibt uns was  in die Ratsvorlage.

Ein Telefonat mit Josef Krings

Ich habe eben mit Josef Krings telefoniert. Ich konnte mir irgendwie seine Rolle in diesem merkwürdigen Gedenkkreis nicht erklären und dachte, das Beste wird sein, ich frag ihn einfach selbst. Wann immer man von dem Kreis las, las man ja auch von Josef Krings. Er würde mir bestimmt sagen können welche Rolle er da spielt. Und wissen Sie was? Keine. Herr Krings ist gar nicht Mitglied dieses Gedenk-Kreises! Er war bei dem Trauermarsch, ja, er hat dort eine Rede gehalten.  Und man hat ihn gebeten, Jurymitglied zu sein. Das war`s.

Der “Lenkungsausschuss Trauer” . Darüber wird auch weiterhin zu reden sein.  Aber erstmal suche ich noch nach … wohlgesetzten Worten. Worten, die eines ambitionierten Kulturdezernenten auch wirklich würdig sind. Da will ich mich als  gemeine Vertreterin des Prekariats nicht lumpen lassen…

Herr Jansen spricht über unsere Zukunft

Damit wir auch alle wissen, wie es weitergeht:

Wir haben die Verpflichtung, bei aller Trauer, auch für die Bürgerschaft und für die Stadt, die Stadt weiter nach vorne zu bringen und das werden wir tun und auch nach einer angemessenen Zeit auch mit Freude und Begeisterung weiter tun.
Wir sind mitten im Kulturhauptstadtjahr 2010 und wir präsentieren uns als Hafen der Kulturhauptstadt und ich habe bisher das gute Gefühl gehabt, dass wir oben mitspielen, auch in der Qualität und das werden wir auch in der zweiten Jahreshälfte machen.”

Kulturdezernent Karl Janssen im WDR, vom 24.08.2010, nach etwa 19 Min. beginnt der Beitrag. http://www.wdr5.de/nachhoeren/westblick.html

Ich,  Herr Jansen, habe das ungute Gefühl, daß Sie , ganz persönlich, ganz oben mitspielen wollen.  Die Vehemenz, mit der Sie sich hier an allen möglichen – und unmöglichen- Stellen seit Wochen nun zu Worte melden, die Art und Weise, wie Sie sich zunehmend öffentlich in Szene setzen, welches Profil Sie sich zu geben suchen – all das deutet für mich darauf hin, dass Sie sich den Bürgern hier als zukünftiger Oberbürgermeister empfehlen wollen. Ich habe mir das jetzt lange genug schweigend angesehen und mochte es zunächst gar nicht glauben. Aber nach diesen Ihren neuerlichen “Einlassung”, dieser dreisten Ankündigung, daß wir und wann wir unsere Trauer und unseren Schmerz  durch von Ihnen verordnete Freude und Begeisterung zu ersetzen haben – da kann ich nicht mehr schweigen. Das schlägt dem Fass den Boden aus. Ich werde jetzt mal nach passenden Worten für einen ” OB in spe” und seine “Spezies” suchen…

Trauer

Trauer. Nur Trauer.  Immernoch. Nehmen Sie sich die Zeit….

Es ist kaum noch zu ertragen.

“Razzia” im Rathaus ?

Bisschen spät, oder?  Und wo doch schon so vieles  “beim Anwalt”  liegt…

Dazu macht sich auch xtranews Gedanken. Hier. Und der Westen berichtet auch. Hier. Und die RP . Hier. Da weht wie immer der Hauch von Normalität durch unseren ganz unglaublichen Alltag.

Und dann noch diesen Link hier.  Der “Lenkungsausschuss”  “Wie wir uns das “Gedenken” denken” kennt offenbar kein Halten mehr.

Ich fordere Sie nocheinmal dazu auf, Ihre “Bemühungen” einstweilen ruhen zu lassen.  Dass man hier ” sehr schnell Zeichen setzen” will – das glaub ich gerne.  Es sind allerdings nicht die Zeichen, die die Duisburger von Ihnen erwarten.  Die schließen Sie ja nach wie vor aus Ihrem “Zirkel” aus.

Sie sind zu Ihren Handlungen nicht legitimiert! Wann wollen Sie das eigentlich mal zur Kenntnis nehmen ?

Wiedervorlage

Diesen Artikel hier, Hauspost, den legen Sie sich bitte mal auf  “Wiedervorlage”.  Neues vom Multitalent Jansen.

Und dann las ich noch diesen Kommentar im ” Westen” :

“Herr Sauerland bräuchte einen wirklichen Freund, der ihn an die Hand nimmt, ihn aus dem Amt führt und dann in aller Ruhe erklärt, warum das so sein musste. Stattdessen hocken seine Fraktionskollegen und der Stadtverband in der Versenkung, lassen wahrscheinlich die Drähte heisslaufen, um irgendwelche Strategien zu diskutieren, und lassen dabei ihren OB immer weiter in die Wüste laufen. Das alles nennt sich dann christlich-demokratische Politik.”   #123 von taosnm , am 25.08.2010 um 10:22

Den legen Sie bitte dazu.

Wie der Lenkungsausschuss “Trauer” arbeitet.

Wer mitmachen darf. Und wer nicht. Das kann man heute mal hier prima nachlesen.  Im Artikel. Aber auch in den Kommentaren.  Zu den verschiedenen “Arbeitsgruppen” erzähle ich Ihnen auch noch was,  später mal,  jetzt haben wir ja anderes auf unserer  “Agenda”.  Damit wir aber für die Zukunft auch uns selbst mal  “richtig aufstellen” können, statt von Anderen aufgestellt und herumgeschoben zu werden, wie Püppchen beim Halma, da müssen wir sie uns genau ansehen, die Mittel und Methoden derer,  die uns zu lenken suchen.

Einstweilen jedenfalls spielen wir Schach.  Halma kommt später…

Und vielen Dank,  Monika Tietz, für Ihre Aufrichtigkeit, Ihre Trauer, Ihren Vorschlag.  Auch Ihre Kritik an einem “Wettbewerb” ist mehr als berechtigt. Und von einigen Kommentaren sollten Sie sich nicht betrüben lassen: Sie lassen sich gut zuordnen. Es sind gar nicht so viele Kommentatoren, wie Sie annehmen könnten. Und den einen, den können Sie einfach übersehen…

Runter vom Balkon!

Ich wünsche uns, daß wir schlafen können.  Das wir irgendwie uns geborgen fühlen können, wenigstens noch in unseren Träumen. Und dass wir erwachen mögen, an einem neuen Tag.  Der kein “Murmeltiertag” sein möge.  Dass auch der Letzte jetzt von seinem Balkon kommen möge. , das wünsche ich mir.

Es ist höchste  Zeit…

Die Drei von der Schaltstelle

Herr Pleitgen, Herr Jansen und Herr Scheytt erklären uns mal, worum es geht, bei der Kulturhauptstadt und … Duisburg. Er ist froh, sagt er, zwischen zwei solchen Männern zu stehen, und möchte, daß wir Denkmäler setzen … Aber sehen Sie selbst. Und hören Sie, wie immer, gut hin… Hier.

Und jetzt wissen Sie auch, über wen noch alles zu sprechen sein wird. Später. Nicht jetzt.  Ein  Reigen organisierter Verantwortungslosigkeit. Mit durchsichtigen Motiven.  Da wird noch viel zu reden sein…

Aber, Sie wissen ja:  Nicht jetzt. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Da dürfen wir uns nicht ablenken lassen… Wie tief kann man sehn?

Unfassbar, Herr Pleitgen!

Ach, wenn Sie doch geschwiegen hätten!

Ich mache nocheinmal darauf aufmerksam, daß der hier von Herrn Pleitgen gepriesene und hochgelobte “Lenkungsausschuss Trauer” unter vielfacher AnLeitung  von Herrn Jansen sich gerade daran macht, den Duisburgern ein weiteres Mal darüber Sand in die Augen zu streuen, was in Kürze tatsächlich mit Tunnel und Rampe passieren soll.

Ich verweise hier nochmal auf die Aussagen von Herrn Jansen in der Aktuellen Stunde und meine zahlreichen Einträge hier in diesem Tagebuch. Tunnel und Rampe werden unter die Räder kommen, wenn wir die Protagonisten dieser Trauer-Schau weiterhin walten lassen und nicht ganz entschieden auf Ihre Rückzüge drängen.

Und Herr Pleitgen, las ich das richtig? Wo Sie für das berechtigte Verlangen der Duisburger nach Übernahme der Verantwortung für die Vergangenheit keine anderen als abwertende Worte finden, da wenden Sie sich hingegen an die Stadtspitze? Mit diesen Worten?

„Diese Stadtspitze ist nach wie vor gefordert, wieder Führungskraft zu zeigen. Sie trägt hier eine Höchstverantwortung.”

Sie trägt hier eine Höchstverantwortung ! Hier. An dieser Stelle. Vorher nicht? Da gar keine? Sie trägt hier eine Höchstverantwortung. Das kann man sich nicht auf der  Zunge zergehen lassen – daran erstickte man,  müsste man sich nicht übergeben.

Ihr ganzer Vortrag ist atemberaubend und zeigt mir deutlich eines: Sie haben nichts begriffen. Rein gar nichts.

Und so lange hier nicht alle Beteiligten erkennen, was – und warum Menschen bei uns den Tod fanden, solange wird man unser Wohl auch zukünftig leichtfertig aufs Spiel setzen. Und deswegen werden wir nicht aufhören, die Übernahme von Verantwortung zu fordern. Es gibt keine Schuldigen – aber es gibt Verantwortliche. Wir haben Sie gewählt, diese Verantwortung zu tragen. Sie taten es nicht. Sie wollen es auch jetzt nicht.

Und Sie, HerrPleitgen, brauchen uns unsere Heimat nicht schönzureden. Sie ist schön. Auch unsere Maloocher-Vergangenheit sollten sie nicht für sich zu vereinnahmen suchen. Es ist unsere Geschichte – die sie nicht schönschreiben müssen. Wir haben Duisburg immer geliebt. So innig, wie man seine Heimat nur lieben kann. Es sind vorzügliche Menschen, aller Nationalitäten, die hier leben.  Wir sind Duisburg, wir waren schon, waren  Schmelztiegel, waren der Pott, bevor Sie und Ihresgleichen allesamt meinten, uns auf Ihre Weise vermarkten zu müssen. Und anfingen, unsere Seelen zu verscherbeln…

Sich  gegen diese “organisierte Verantwortungslosigkeit” zu stellen – das ist das Vermächtnis derer, die starben und derer, die um sie trauern.

Eine Antwort

Dies hier fand ich gerade. Danke an “stefano” für den Hinweis und eine Umarmung für  Stefan Rosellen-Goßens.  Sie haben mit Ihrem Beitrag ausgedrückt, was viele viele  Duisburger bewegt. Ihr Video spricht  aus unseren Herzen. Danke dafür.

Gerechtigkeit ohne Grenzen

Der Brief einer Mutter. An uns alle…

Wir haben die inständige Bitte eines hinterbliebenen Vaters gehört, der Tod seiner Tochter möge nicht sinnlos gewesen sein. Er fordert dazu, die Besinnung auf unsere Werte und dass das Wohl des Menschen wieder im Mittelpunkt allen Handelns stehen muss.

Und wir lasen diesen Brief.  Die Mutter Giulias klagt an, was in seiner Summe zum Tod ihres Kindes geführt hat: Dummheit, Vermessenheit, Arroganz.

Welche Antworten werden die Duisburger ihnen geben? Die Antwort derer, die gewählt wurden ist eindeutig:  Sie sind zu Rücktritten nicht bereit, sie wollen weiter machen wie bisher. Unsere steht noch aus. Und man lässt nichts unversucht, uns daran zu hindern, sie zu geben…

Dann las ich im Artikel “Loveparade war unterversichert” noch folgenden Passus:   (…) Da mutet es merkwürdig an, wenn der Loveparade-Veranstalter für seine Massenveranstaltungen im Ruhrgebiet ebenfalls nur drei Millionen Euro nachweisen musste. Das haben ARD-Recherchen für „Ratgeber Recht“ und „Markt“ ergeben. Die Summe war offenbar selbst Lopavent-Chef Rainer Schaller zu wenig. Mit 7,5 Millionen Euro versicherte er das Duisburger Event mehr als doppelt so hoch.”

Die Ratgeber Recht und Markt hätten gar nicht intensiv recherchieren müssen, – das alles findet sich nämlich unter den hiesigen Ratsprotokollen.  Am 11. Juni 2007 beschlossen dies einstimmig, bei Enthaltung der Linken, die hiesigen Ratsmitglieder.  Niemanden hat diese bemerkenswert niedrige Summe gestört, keiner hat nachgefragt.  Obwohl diese Summe doch allein deshalb schon “ins Auge springt”  weil fast jeder von uns privat schon höher versichert ist.

Ich fordere nach wie vor

1. den Rücktritt Sauerlands

2. den Rücktritt des Verwaltungsvorstandes.

3. den Rücktritt des Stadtrates.

Von der mißbräuchlichen Verwendung der Worte.

Das habe ich auch noch nicht erlebt.

Da wird doch tatsächlich in der “Rheinischen Post” das Wort zum Sonntag noch einmal nacherzählt! Das ist schon doll…

Und auch die Autorin geht hin und nimmt selbst auch noch einmal ganz ausdrücklich Bezug auf Johannes 8,  “Jesus und die Ehebrecherin”. Da das jetzt schon zum dritten Mal geschieht, komme ich nicht umhin, mich einmal damit ausführlich zu befassen. Das kann man ja jetzt nicht noch ein weiteres Mal hinnehmen.

Eine wesentliche Textstelle, auf den sich beide beziehen,  Original wie die propagandistische Aufbereitung,  ist diese hier,  Zitat:

“Jesus habe keinesfalls verharmlost, was geschehen sei. “Er spricht die Frau direkt darauf an. Aber er tut es erst, nachdem die Hetzjagd auf sie zu Ende ist. Das ist der entscheidende Punkt. Er lässt sich nicht hinreißen von der Wut der anderen, sondern schaut nüchtern und menschlich auf das, was war.” Dies ist das Modell, das der Essener Pastor den Menschen nach dieser Katastrophe anbietet, denn “dieses fast schon reflexartige ‘Von sich selbst ablenken und auf andere zeigen’, ohne einen Moment der Nachdenklichkeit, geschweige denn der Selbstbesinnung: das befremdet mich doch sehr”.

Mich befremdet hier sehr, wie hier von allen Dreien (Autorin, Pfarrer, und auch Herrn Wörmann von der KAB), mit der Bibel umgegangen wird.

Liest man sich die entsprechende Stelle durch, wird man feststellen, daß da überhaupt keine wütende Menge ist, die beruhigt werden müsste.

Jesus kommt morgens,  nach dem er auf dem Ölberg war,  in den Tempel, und dann kommen Menschen (”alles Volk kam zu ihm”) und er lehrte sie. Lehrte sie seine Sicht der Dinge – die allerdings von denen der damaligen “Amtskirche” nicht geteilt wurde.  Die sah in ihnen und ihm eine Bedrohung ihrer Stellung. Aber das Volk hört ihm zu,  der Zulauf war immer größer geworden. Und so sitzen sie auch an jenem Morgen zusammen.

Dann kommen  “Schriftgelehrte und Pharisäer” ( die Amtskirche)  und brachten die Frau zu ihm,  redeten ihm von Ehebruch und einem Gebot Mose hierzu.  Steinigung.  Sie fragten ihn:  “Was sagst Du dazu.”
” Das sprachen Sie aber, ihn zu versuchen, auf daß sie eine Sache wider ihn hätten.”

Wohlbemerkt: da tobte kein Mob! Keine Rede von einer Hetzjagd.  Der Sachverhalt ist ein vollständig anderer:  Christus wird seitens der “Amtskirche” eine Falle gestellt, man hofft, ihn zu einer Antwort zu bewegen, auf Grund der man ihn – endlich – “ans Kreuz schlagen kann”. Man hatte schon mehrfach versucht, ihn irgendwie zu justitiablen Aussagen zu bringen, gelungen war es nie. Heute unternahm man also wieder einen Anlauf. Irgendwie musste der Kerl doch mal zu kriegen, mindestens aber , irgendwie öffentlich zu diskreditieren sein. Immerhin litt das eigene Ansehen schon ganz gewaltig, wenn der so weiter machen würde, dann käme noch die eigene Macht ins wanken. Das konnte man dem auf gar keinen Fall durchgehenlassen. Der  Kerl musste weg …

Mitten hinein also in eine friedliche VolksVersammlung, treten nun ein paar Klugscheisser,  die sich schon recht lange der Gebote und seiner Auslegung “bemächtigt” hatten,  die für sich  “Alleinvertretungsrecht” Gottes  ableiteten – und deren Position beim Volk bedroht war.

Und einmal mehr lässt Christus diese ganze Bande,  vor den Augen der Bevölkerung abblitzen. Er richtet sich an die Pharisäer !!! ( nicht an das Volk!!!) und spricht die Worte, die derzeit so gerne aus ihrem Zusammenhang gerissen – und in einen völlig andren gestellt werden.  “Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.” Er sagt das zu den Pharisäern, nicht zum Volk,  das nach wie vor nur stummer Zeuge dieser Szene ist – und nach wie vor lernt.  Und diesem Volk, das da sitzt, den Menschen,  sind die Gesetze Mose ja nicht unvertraut, die Menschen wissen ganz genau, um was es geht, denn sie leben ja in dieser Zeit und kennen ihren eigenen zeitgeschichtlichen Kontext.  Sie wissen, was Christus nun anspricht: den Scheidebrief! Wow! Welch eine Wendung.  Ein Scheidebrief, der entsprechen einem anderen Gebot Mose (ich denk es ist das fünfte Buch, 24) hätte ausgestellt werden müssen.  Er fragt nicht ausdrücklich danach, er sagt nur:  Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Und er wendet sich dabei ausschließlich an die Pharisäer – nicht an das Volk.

Heute würde an so einer Stelle ein Raunen durch die Menge gehen. Ein großartiger Schachzug eines großartigen Lehrers!  Wie ein Shaolin-Priester nimmt Jesus die gegen ihn gerichtete Energie und gibt sie postwendend zurück. Es bedarf dazu gar nicht mehr als eines Lächelns und einer die Angreifer entlarvenden Aufforderung:  Wer unter Euch ohne Sünde ist…

Und sie sind nicht ohne Sünde, das wissen alle genau, auch sie:  Sie verstießen ja zuerst gegen das Gebot Mose – und nur deshalb  konnte die Frau des Ehebruches überhaupt angeklagt werden:  weil sie, die Schriftgelehrten, die Pharisäer einen Rechtsverstoß begangen hatten….

Das war schon eine bemerkenswerte Lehrstunde die sich da vor den Augen des Volkes abspielte.  Entlarvend und beschämend für die Angreifer. Und ohne dass Jesus sie mit einem Wort selbst angeklagt hätte…

Und nach dieser brillianten Vorstellung sind dann alle ruhig gegangen. Es hatte sich ja auch jedes weitere Wort erübrigt…

Davon ist natürlich nicht die Rede, bei den Christenmenschen, die sich jetzt auf das Evangelium berufen. Da ist der Amtskirche heute nach wie vor nicht an Aufklärung gelegen. Das Wort  “Scheidung” ist ja ohnehin für die katholische Kirche kein Thema. Aus dem Sprachschatz gestrichen. Ehebruch, ja, der kommt vor, und wie der vorkommt, wenn man Menschen zu Sündern abstempeln will.  Auch das Wort “Steinigung” ist, gleichnishaft verwendet, offenbar durchaus noch gebräuchlich.  Immernoch, wie durch alle Jahrtausende, wird amtskirchlicherseits nicht dazu beigetragen, den Menschen den Hintergrund zu vermitteln, den sie brauchen, um wahrhaftig den Geist Gottes in seinem Wirken und Wollen zu sehen und  verstehen zu können.  Und genau wie von den damaligen Schriftgelehrten und Pharisäern wird auch heute beliebig mit Zitaten und Geboten jongliert, werden Christi Worte aus Zusammenhängen gerissen – und in völlig unangebrachter Weise rezitiert.

Es ist mir völlig gleichgültig, ob das heutzutage unbedacht oder wissentlich und vorsätzlich geschieht.  In den vergangenen Jahrtausenden allerdings, das wissen wir heute, geschah das vorsätzlich. Die Menschen wurden “dumm” gehalten, die “Deutungshoheit” über Gott, sein Wort, seinen Geist wollte man nicht hergeben. Aus den gleichen Motiven, die Schriftgelehrte und Pharisäer schon trieben.

Mir ist heute nur eines wichtig:  Das das aufhört. Wer sich auf das Wort Gottes bezieht, der hat das mit der gebotenen Sorgfalt zu tun. Kyrie eleison.

Gardinenpredigt

Hier. Neues vom “Lenkungsauschuss Trauer” . In allen möglichen Personalunionen wiedermal: Herrn Jansen.  Kein Tag, an dem man nicht was hört,  liest,  sieht.  Und die Lokalzeit Duisburg – die ist seine Lieblingssendung.

Hören Sie gut hin!

Und wenn Sie heute Nacht nicht schlafen können, dann gehen Sie doch mal bei WikiLeaks vorbei. Da liegen ja jetzt all die vertraulichen Anlagen. Mich  beschäftigen im Moment die Protokolle 3 , 21, 22 und 23.  Sehr.

Das Wort zum Sonntag?  Wie ich vermutet habe: Markus 7. Wider den Richtgeist. Er nannte das zwar “Fingerpointing”, aber er ist ja ein junger, dynamischer medial erfahrener Pfarrer. Sagte ich ja. Das moderne Antlitz der Amtskirche.  Ansonsten? Hat er sich ebensowenig wie Herr Wörmann gescheut,  auch noch  Joh. 8  heranzuziehen.  Schon die Auslegung ist mangelhaft. Aber das tut hier nichts zur Sache.  Das Schlimmste aber ist, das diese Bibelstelle, genau wie von Herrn Wörmann, gleichnishaft eingeführt und verwendet wird. Ich führe das auf mangelnde Reflektion zurück.  Sonst müßte ich es nämlich als verwerflich bezeichnen.

Ich überlege ernsthaft, ob ich hier nicht eine Rubrik  “Mimis  Gardinenpredigt” für uns als  Alternative zum “Wort zum Sonntag” aufmache.  Man kann die Auslegung der Bibel ebensowenig den Amtskirchen überlassen,  wie die Auslegung der Gesetze den Politikern. Ganz schlimm aber wirds, wenn beide anfangen fächerübergreifend zu arbeiten.

Da muss ich wohl  selbst mal die Initiative ergreifen.

Schlafen Sie gut, ich mach`s jetzt auch. Schlummerlied.

Kurze Wege

Erlauben Sie sich doch mal den Spaß und gehen auf die Seite des Kulturdezernenten Jansen. Hier. Und dann klicken Sie mal die beiden Links an, die dort stehen.

Der Erste ist ein Artikel aus dem Westen, den wir uns ruhig, nur mal so, in Erinnerung rufen sollten. Und dort behalten. Der zweite Link,  den find ich richtig gut. Der fehlte mir noch in meiner Sammlung.

Ich lass Sie jetzt mal mit Ihren Gedanken eine Weile allein…

Abschalten

Und wieder läuft das “Abstimmprogramm”.
Der Westen muss doch merken was da läuft. Herr Lau – kümmern Sie sich doch mal! Sie müssen doch merken, wenn das von der gleichen IP- Adresse kommt.
Wenn ich Langeweile habe,  stell ich hier mal ein paar Daten ein. Dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. Für`s Erste würde es genügen, die Initiatoren dieser Abstimmung machen sich mal eins – und schalten dann ab.

Pharisäer !!! Der Nächste, bitte.

Heute zum Thema : alle Hebel in Bewegung setzen ….

Hier ein Link zur Rheinischen Post:  Die „Katholische Arbeiterbewegung“ meldet sich nun zu Wort, oder präziser, genauer: vertreten durch ihren „Geschäfts“führer Ratsherr Wörmann.

Wieder jemand in Doppelfunktion?!

Und heute Abend dürfen wir uns dann noch auf das Wort zum Sonntag freuen. Hat die Hauspostille schon vor Tagen angekündigt. Ein junger, dynamischer Pfarrer (42), neu in Essen, aber medial nicht unerfahren, wird zu uns sprechen. Ich erwarte ein paar Anmerkungen zu Matthäus 7, wider den Richtgeist. Was anderes kann ich mir nicht erhoffen nach dem Vorspiel. Also:  Der Nächste bitte ?

Ich hoffe nicht. Ich hoffe, es nimmt sich auch mal einer unserer Nöte an.

Die katholische AmtsKirche hat durch die Jahrhunderte und Jahrtausende immer ein ganz besonderes Verhältnis zur Macht gepflegt – so sie sie nicht selbst innehatte. Viel Unheil ist daraus erwachsen.

Aber Gott ist wundervoll. Und auch unter den Andersgläubigen gibt es Gerechte.

Wollen wir hoffen, das der Geist Gottes auch in der katholischen Kirche die erreicht, die nicht allein am Machterhalt interessiert sind, sondern an der erneuten Menschwerdung Gottes.

In der „Kirche von unten“ hat er Christenmenschen schon berührt, warum sollte er nicht auch die Vorstandsetagen mal erreichen ?

Glaube, Hoffnung, Liebe.  Korinther 13.   Ich empfehle Ihnen aber auch mal einen Blick in Korinther 12.  Schauen Sie doch mal selbst rein, in die Bibel. Geht ja.  Hat Luther ja übersetzt. Damit ein jeder sich selbst kundig machen könne. Und nicht immer auf die Übersetzung derer angewiesen ist, die nur in Zungen zu reden verstehen. 1. Korinther 14.  Das ist dann meine Leseempfehlung für die Geistlichkeit.  Zum Sonntag.

Kyrie Eleison.

Mimi mitte Scherenhände

Nach all dem Verdruss will ich Ihnen  noch Kurzweiliges von meinem Garten-Arbeitstag berichten. Und weil ich seit einer kleinen   Ewigkeiten keine Kolumne mehr geschrieben, da dacht ich, ich versuchs einfach mal – mich hat das früher immer erheitert, vielleicht klappt es ja wieder. Erheiterung kann ich nach dem Tag gebrauchen.

Hier also, nach langer langer Zeit mal wieder eine “ruhrspöttische”  Mimi …(abber nich anne Bude).

Die Hecke ist geschnitten. Suupi, ich sach Sie datt.  Et lief  alles ganz ganz prima, ich bin gut gelaunt anne Abbeit gegangen, richtich beschwingt , kann man so sagen, doch.  Ich schneid ja furchbaa gerne Hecke. Und ich hab ja eine richtich prima Ratterknatterelekroheckenschere  Modell  „Good Vibrations“ Superlight, HeavyCut.. Da kann man noch beschwingter sein und auch mal Wellenschliff odder Kügelkes un so …Egal.  Ich schwang also, beherzt wie immer, nur diesmal  beschwingter noch als sonst… Watt soll ich sagen: Bein ! Ich hab mir in mein schönes altes langes Bein geschnitten ! Nicht gezz tief, da waa die Hose zwischen, meine liebste, meine beste Hose, die mir – quasi als letzten Dienst –  die Zähne vonne Schere tüchtich von mein Bein wechgehalten hat.  Aber eben doch: 2 Zähne durch, zack, ratsch. Hinein in mein Bein.

Gezz kann ich ja kein Blut sehen und da waret ganz gut, daddet ersma nich geblutet hat un wenn, dann waret nonnich durchen Stoff am sickern. Ich also rein inne Hütte, wie John Wayne im Western  nachen Schlangenbiss, den Korken vonne Flasche Kööm und ersma ein gekippt, damit ich dä Schmerz au aushalten könnt,  wenn ich kurz drauf dä Korn inne Wunde schütten würd.  Desinfektion. Kennich alles aussen Western. Ich hat ja kein Jod im Haus. Ein Unglück kommt selten allein. Sagen wir so: et hat gebrannt, Echten Indianer kennt ja au kein Schmerz und ich war mittlerweile John Wayne, Indianer und Heldin der Arbeit in Eine, (Three in One), also Pflaster drauf, Hecke  fertich geschnitten.. Dann die Rasenkanten.  Habbich mein Super-Trimmer-Classic 273/P13 Turboprop angeschlossen, (ich lieb sonn Elektrozeuch, ich lieb Werkzeuch übberhaupt) also ran an dä Turbo und beschwingt getrimmt.  Jedenfalls soweit datt gezz mitte frische Wunde zu schwingen ging.  Und wie datt ging! Allerdings hat sich dann beim Trimmen dieser dünne Kabel vonne Weihnachtsbeleuchtungskette, also der, den ich beim letzten Mal Heckeschneiden versehentlich zersäbelt hatte (abber nich entsorcht), also dä hat sich dann umme Trimmerfadenspule gewundwindet.  Schwerst. Bis zum Stillstand. Meinzeit, watt waa datt für ne Friemersheimelei, bis ich datt Ding wieder da raus hatte. Aber … sagen wir: ich waa nich  aufhalten. Heute eine Königin!  So, Mimi, habbich gedacht,  gezz is soviel schief gelaufen – gezz kann datt nur noch Gut gehen, geht gaa nich anners – Pech is aus für heute. Dann habbich dä Rasenmäher ausse Garage gerollt. Benziner – ich würd also über kein Kabel fahren können, datt Fahrwerk waa werkseitich weit genuch wech vonne Füße:  die Verletzungsgefahr für Mensch und Maschine gering – ich beschloss, mein Glück zu wagen. …

Hammse ma versucht, sonn Ding anzukriegen? Als Frau gezz? Als zaate zaate Frau? Mit diese Strippe, wose mit Gefühl und Schmiss dran ziehen müssen, bisse die ersten Zerrungen haben? Ich sach nur : Linker Bauch. Rechte Schulter. Aber ich hab nich aufgegeben. Da bin ich wie sonn Terrier. Ich hab den Rest dann mit Links gemacht.. Und mir nur beinahe die Finger im Graskorb gequetscht. Und dann, dann ers! habbich den Besen genommen und gefeecht. Mitten Besen is mir nonnnie watt passiert. Au heute nich. Gezz is alles ganz schön. Dä Rasen, die Rosen, die Hecke, alles schön. Bis auf mein Bein. – abber da kuck ich einfach nich  hin, da zieh ich  Hose drüber, ich hab noch ne ganze… Feierabend für Heute. Schicht im Schacht, dä Spaten muß waaten. Den nehm ich heute nich mehr inne Hand, weil:  ich krich ihm ja eh nich inne Erde, ohne datt ich mich mit beide Beine drauf stell – und datt is mir heut einfach zu riskant. Mir is viel passiert,  abber et hat mich nich umgehaun.  Dabbei sollet bleiben.  Morgen is au noch ein Tach….

Was soll das?

Jetz lese ich gerade, die Demo für morgen ist abgesagt. Der Anmelder erwartet zu wenig Teilnehmer – und sagt ab.
Was soll das? Die Bürger zu bewegen, das ist doch keine Veranstaltung nach “Einschaltquote”. Nun stellen Sie sich mal vor, in Leipzig hätten die noch vor der ersten Montagsdemo abgesagt – die haben nämlich gewiss nicht mit großem Zulauf rechnen können, dort hatte man nämlich mehr zu fürchten als wir hier. Da wird durch Presse und Blogs mobilisiert und der Initiator sagt jetzt: Och nöh, da will ich nich…gestern waren Wenige da, morgen kommt dann auch nicht mehr? Da hab ich keine Lust? Wir machen erst nach “Marktbeobachtung” und entsprechender “Prognose” ? Sorry, aber irgendwie seit Ihr nicht ganz gescheit.
Das ist eine ganz ganz merkwürdige oder aber ganz ganz dumme Aktion.

Ich schlage jedenfalls vor, wir gehen trotzdem. Ruhig. Friedlich.
Jeden Samstag, immer 12 Uhr, Hauptbahnhof.
Man muss doch mal anfangen damit!

Lassen Sie sich nicht aufhalten. Wir werden schon mehr und mehr!

Samstag, 21.8. 12 Uhr – Bahnhofsvorplatz

Morgen ist eine weitere Demonstration. Hier: Klick.

Liebe Frau Hendrix, dass die Ihre gestern nicht gut besucht war, das hat verschiedene Gründe. Seien Sie nicht traurig und kämpfen Sie weiter. Der Zeitpunkt war ungünstig, da arbeiten noch viele und – das wog viel schwerer – dann hat ja auch Jansen`s Finte gewirkt. Viele Menschen glaubten, es seie schon längst in Ihrem Sinne gehandelt worden, der Cubus käme an die Rampe und die Frage seie gelöst. Das ist sie nicht, aber die von Herrn Gerste so hochgelobte Arbeit Jansens zeigte Wirkung, die Nebelkerzen nehmen manchen den Blick, die die hiesigen Verhältnisse nicht kennen. Aber der Nebel wird sich auch wieder lichten, das verspreche ich Ihnen: ich trage dazu bei, was immer ich kann. Das zentrale Feld werden wir Herrn Jansen nicht überlassen. Und das weiß er auch schon – er zeigt ja Reaktionen.

Wie man Sie seitens des “Geschlossenen Gedenkkreises” behandelt ist ein weiterer Skandal und macht hoffentlich auch dem Letzten hier klar, wer und was dort “regiert”. Man hat guten Grund, Sie fern zu halten, man muss ja fürchten, Sie könnten die Gutwollenden dieses Kreises vielleicht zum Nachdenken darüber bewegen, ob und vom wem sie hier beeinflußt werden, was man ihnen vorenthält. Ich hoffe, diese Aufrechten ( und solche gibt es in jeder Vereinigung) sind aber auch jetzt schon, durch Ihr Tuen, darauf aufmerksam geworden, daß es Menschen gibt, denen man den Zugang zu diesem “Lenkungsausschuss Trauer” verwehrt. Ich hoffe, sie ziehen daraus ihre Konsequenzen und laasen sich nicht “einspannen”. Und/oder arbeiten  mit der Bürgerbewegung zusammen. Und die gibt es!  Wie jedes in-Bewegung-setzen braucht das aber ein Weilchen,  da muss erstmal Energie hineingegeben werden, bevor sich so eine Masse in Bewegung setzt. Haben Sie ein wenig noch Geduld, datt löppt sich schon aallens torecht… Seien Sie morgen mit uns. Sonnabend ist ein guter Tag, 12 Uhr eine gute Zeit! Und bedenken Sie: In Leipzig waren zu Anfang auch nicht so viele auf der Strasse. Es wurden mehr und mehr. Sie haben friedlich die Veränderung herbeigeführt! Allerdings eben nicht am ersten Tag. Wichtig war es, dass Sie angefangen haben! Dass Sie nicht aufhören. Sie haben damit anderen Mut gemacht…

Für den morgigen Tag wünschte ich mir, das, was ich mir für jede Demonstration wünsche: daß doch geschwiegen würde. Dass da niemand das Wort ergreift, der nichts anderes im Sinne hat, als seinen eigenen – wie auch immer gearteten politischen Vorteil und/oder den Klassenkampf. Sie alle sollten sich fernab von den Bürgern halten! Wir haben wirklich genug von diesen immergleichen Parolen, genug davon, immer und immer wie die Esel vor irgendwelche Karren gespannt zu werden, in unserem guten Wollen schamlos ausgenutzt zu werden.  Wir sind keine Esel. Und es wird höchste Zeit, sich diesen Treibern zu verweigern. Denken Sie bei allem daran: Unablässig werden Bilder produziert, die um die Welt gehen. Es ist, aus naheliegenden Gründen, einigen sehr daran gelegen, die Duisburger wie einen Mob darstellen zu können, der Lynchjustiz üben will. Auch in Zeitungsforen im Internet wird eifrig daran gearbeitet, die Duisburger intellektuell zu diskreditieren. Man versucht ein äußerst negatives Bild von ihnen zu zeichnen, während gleichzeitig unablässig “positive” Bilder von Sauerland in die Welt gesetzt werden. Eine  Computer-Abstimmung wird in augenfälliger Weise zu Gunsten Sauerland beeinflusst.  Es werden Bilder und Meinungen am laufenden Band produziert, seien Sie sich dessen bewußt! Wir befinden uns längst in einer Art medial-politischer Schlacht – da müssen wir ruck-zuck ein paar Dinge dazulernen, damit man unser Ansehen nicht noch mehr beschädigen kann. Zeigen Sie, so friedlich wie freundlich wer die Duisburger sind:  aufrechte, ehrliche Menschen, mit einem ausgeprägten Sinn für Verantwortung, die bereit sind, für sich und andere einzustehen, bereit, Verantwortung zu tragen. Diesen Verantwortungssinn hat uns eine harte Arbeitswelt aufgezwungen, unsere Vorväter mussten sich aufeinander verlassen können, denn ihre Leben hingen ganz unmittelbar davon ab. Wie auch heute noch unsere Leben davon abhängen, daß wir uns aufeinander verlassen können müssen. Wir müssen uns immer verantwortlich zeigen.

Das dies sichtbar wird, morgen, dass wir uns den Menschen gegenüber verantwortlich fühlen, die ihre Kinder, Partner, Brüder, Schwestern verloren haben, die ihre Gesundheit und ihr Seelenheil in unserer Stadt verloren – das dies sichtbar wird, das wünsche ich mir.

Bleiben Sie ruhig. Lassen Sie sich von niemandem provozieren. Und provozieren Sie nicht.

So. Und jetzt geh ich Rasen mähen, Hecke schneiden, Blumen gießen, Bohnen ernten, Brombeeren pflücken, ich steich in den Teich, ich putze die Böden, wasch die Wäsche, häng se auf im dauerlauf, lasier den Rosenbogen friesenblau, kümmere mich um Zeitung und Altglas, kraul dem Gartenbuddah den Bauch, ernte den Lauch…. Das ist nämlich zu tun. Für uns alle geht es ja weiter, das Leben.

Das müssen wir auch lernen, für die Zukunft:  uns zu engagieren und uns dennoch genug Zeit zu nehmen für uns selbst. “Mach Dich frei, hab Spaß dabei”, sozusagen. Bei allem Engagement müssen wir unseren alltäglichen Pflichten gewissenhaft nachkommen. Verantwortung tragen.

Denksport

Damit Sie auch diesen Tag noch rumkriegen:   Lektüre

Hier noch  “die verbotenen Papiere”

und  “die in der Anlage fehlende Seiten” des Einsatztagebuches. Es ist doch immer gut, wenn man mal in den Spiegel blickt. Und da machen Sie sich dann bitte mal Gedanken,  warum diese Seiten wohl gefehlt haben mögen. ..

Und eine dringende Bitte auch noch :  Lassen Sie sich nicht auf Nebengeleise  leiten.  Jäger, Gebag – darüber wird später zu reden sein.  Lassen Sie sich auch von den ebenso unermüdlichen wie unerträglichen Kommentatoren   wie “comptur” und “Jürgen Rohn” nicht in sinnlose Diskussionen verstricken. Das kostet Sie nur Kraft und Nerven, die wir in der vor uns liegenden Zeit brauchen. Man versucht damit nur Sie Ihrer Energien zu berauben. Ignorieren Sie das.  Der Zeitpunkt wird kommen, wo über all das geredet werden wird und wo wir uns die Protagonisten, die sich hier selbst inszenieren, genauer betrachten werden. Jetzt aber nicht. Wir haben ganz andere Zeichen zu setzen…

Zum Kotzen

Nachdem nun der Medien-Berater gegangen ist (ich denke aus gutem Grunde) organisiert “die Stadt” wohl wieder selbst. Das wird bitter! Nach Heidenreich ist jetzt auch Gerste “redebereit”.  Hier. So schwer es einem auch fallen mag, sich das alles durchzulesen, weil man diese  “Arien” einfach nur noch unerträglich findet und sich auch die Seele nicht weiter zumüllen lassen will,  so schlimm das alles ist,  so dankbar muss man andrerseits beinahe dafür sein, dass man uns so weitreichende Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt derer gibt, denen wir uns und unsere Stadt anvertraut haben. Fassungslos liest man und wird immer fassungsloser.  Andrerseits erfährt man immer mehr. Hier beispielsweise etwas über die Rolle von Herrn Jansen und das “bürgerschaftliche Engagement”. Das Herr Gerste ihm dankbar ist, das glaub ich gern, hat der Kulturdezernent doch ganze Arbeit bei der Trauerkanalisierung geleistet. Wenn Herr Gerste hier “vor sich hin plappernd” erklärt, was er in seinem Urlaub “rund um die Uhr”  geleistet hat und was und wen er dann direkt nach diesen Einlassungen anspricht, dann ahne ich, wen er ” an der Strippe”  hatte und an wessen Fäden da gezogen wurde.  Ich sagte es schon einmal:  Während wir noch schockiert und traurig waren,  da wurden “im politischen Raum” längst “alle verfügbaren  Hebel in Bewegung gesetzt”  um uns  “in den Griff” zu kriegen.

Das widert mich an.  Alles, was man erfährt, widert an. Wenn wir das jetzt nicht schaffen, uns aus all diesen “Zusammenhängen”, diesen Verstrickungen  zu befreien, die “Würgegriffen” gleichen, dann war`s das für uns. Dann sind wir, dann ist diese Stadt,  ist die Demokratie an ihrem vorläufigen Ende angelangt. Sie ist dann endgültig zur Demokratur verkommen.

Guten Morgen, Herr Heidenreich,

wochenlang haben die Bürger Duisburgs vergeblich darauf gewartet, daß jemand aus Ihrer Partei, das Wort ergreifen und den Parteifreund Oberbürgermeister zum Rücktritt auffordern möge.

Zunächst mussten wir lesen, daß Ihr Kollege Enzweiler, in altbekannter Manier, „Sondierungsgespräche“ führte – um mal herauszufinden, wie es denn so steht, mit den Mehrheiten, und ob sich denn wohl ausserhalb der eigenen Reihen noch jemand fände, der bereit und willens wäre, Sauerland im Amte zu halten.

Nun haben also auch Sie sich zu Wort gemeldet.  Sie richteten es aber nicht an die Bürger, die täglich neu erleben müssen, wie das Ansehen Ihrer Heimat beschädigt wird, von jenen, denen der Begriff der  „politischen Verantwortung“  vollständig fremd zu sein scheint.

Zwar wendeten Sie sich an die Presse um eine Rücktrittsforderung auszusprechen, aber sie forderten den Rücktritt von Innenminister Jäger.

Hätten Sie ebenfalls den Rücktritt des Herrn Sauerland gefordert, so hätten Sie,  in meinen Augen,  sich zumindest ein Minimum moralischer Integrität bewahrt und die Bürger hätten in nicht allzuferner Zukunft darüber nachdenken können, ob und wie weit Sie Ihnen noch vertrauen und Sie wählen können.

Durch Ihr einseitiges, leicht durchschaubares Manöver jedoch haben Sie sich so vollständig diskreditiert, wie man es mit einem einzigen „Statement“ überhaupt nur tun kann.

Insbesondere erbost mich die Tatsache, dass Sie anscheinend ernsthaft annehmen, überhaupt irgendjemandem (egal wem) den Vorwurf machen zu können, er beschädige die Demokratie. Dazu, Herr Heidenreich, fehlt Ihnen allein deshalb schon jedwede Berechtigung, da Sie und Ihre Fraktion ebenfalls die Demokratie fortlaufend beschädigen und daher gar nicht über die moralische Autorität verfügen, gegen andere einen solchen Vorwurf erheben. zu können.

Allein aus Sorge um das Wohl dieser Stadt und Ihrer Bürger hätten Sie schon vor Wochen, als dieses erbärmliche Entschuldungs-Spektakel zu reifen begann, die Reißleine ziehen und Ihren Parteifreund Sauerland zum Rückzug bewegen müssen. Stattdessen stärkten Sie ihm den Rücken, was zu weiteren, noch verheerenderen öffentlichen Auftritten führte, die das Ansehen unserer Stadt nun auch weltweit nachhaltig beschädigt haben.

Neben dem notwendigen Bewußtsein für politische Verantwortung ist Ihnen jetzt auch noch der politische Instinkt abhanden gekommen. Das wird sich in einer Weise rächen, die sie jetzt schon fürchten müssen. Je länger Ihre Verweigerung Konsequenzen zu ziehen andauert, umso mehr wird gerade Ihre Partei Schaden nehmen. Sie können doch jetzt schon einem Wahlergebnis entgegensehen, wie Sie es bisher nur von der FDP kennen. Der CDU Duisburg droht, in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Doch diese Gefahr zu erkennen, gar abzuwenden – dazu ist in Ihrer Partei offenkundig niemand in der Lage. Ihre Fraktion fügt all den seelischen Wunden, an den wir schwer zu tragen haben, täglich neue hinzu.

Das wird man Ihnen nicht vergessen , denn es werden Narben bleiben, uns zu erinnern.

Da wohlmeinende Appelle der Ministerpräsidentin, der Kanzlerin und des Bundespräsidenten keine Früchte getragen haben, machte es keinen Sinn, wenn ich nun einen weiteren an Sie richtete.

Ich belasse es deshalb dabei, Ihnen – einmal mehr – meine Meinung gesagt zu haben.

Ich hoffe, Sie erinnern sich bis zum Tag der Abwahl daran, was es heißt, politische Verantwortung zu tragen. Damit wir dann auch auf das zu sprechen kommen können, was Sie in Bezug auf Ihren politischen Gegner bewegt. Das ist für uns so lange nachrangig , bis der Mann, der in dieser Stadt qua Amt Verantwortung zu übernehmen hat, es auch tut.

Die Bürger wissen sehr wohl, wie das geht, das  “in die Zukunft schreiten”: es heißt, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Große Sprünge und das Überfliegen waren immer nur die Sache derer, die sie zu ihrer Vertretung wählten.